Rückenschmerzen – was hilft schnell?

21. Juli 2021

Fatal ist, wenn sich Rückenschmerzen zuverlässig nach dem doch eigentlich gesunden Sport einstellen. Ein Teufelskreis tut sich auf: wie soll man denn auf die empfohlenen 10.000 Schritte kommen, wenn schon ein kurzer Radausflug zum Supermarkt dem Rücken nicht gefällt oder eine kleine Laufrunde zu akuten Schmerzen, Verspannungen oder Blockaden führt? Was, wenn die Waschmaschine plötzlich zu weit unten scheint oder das Schnürsenkel-Binden je nach Tagesform schwierig wird?

Rückenschmerzen haben in den allermeisten Fällen – wenn Sie plötzlich auftreten und die Bandscheiben betroffen sind genauso wie wenn Sie bereits zu treuen, ständigen Begleitern geworden sind – mit zu schwacher Bauch- und Rückenmuskulatur zu tun. Durch einen nicht ergonomischen Arbeitsplatz wird dieses im Alltag versteckte Defizit genauso enthüllt wie durch sportliche Betätigung, die zu einer vorübergehenden Überlastung führen kann. Verspannungen und Schmerzen sind die Folge und der Leidensdruck auf die Betroffenen wächst. Denn für Menschen „mit Rücken“ wie man umgangssprachlich sagt, ist vieles, was einem gesunden Rücken nützt, plötzlich nicht mehr möglich: regelmäßige Bewegung wird aufgeschoben, um die Schmerzen zu vermeiden, Positionswechsel am Schreibtisch unterlässt man lieber und selbst an erholsamen Schlaf ist oft nicht zu denken.

Ausreichend Schlaf und Flüssigkeit für gesunde Bandscheiben

Dabei benötigt jeder Mensch nicht nur für sein Hirn, sondern vor allem auch für seine Rückengesundheit ausreichend Schlaf, damit sich Bandscheiben und Rumpfmuskulatur regenerieren können. Wie sehr dieser Effekt messbar ist, merkt man, wenn man sich morgens und abends im Vergleich misst: am Abend ist jeder Mensch durchschnittlich 2 cm kleiner, weil die Bandscheiben sich über den Tag hin zusammendrücken und abflachen. Wer bewusst mindestens 2 Liter am Tag trinkt unterstützt die Regeneration der Bandscheiben in der Nacht zusätzlich, denn eine Bandscheibe kann man sich ein bisschen wie einen Schwamm vorstellen, der Stöße abfedert und durch jahrelange Belastung nicht mehr ganz in seine ursprüngliche Form zurückfindet. Die Folgen sind vor allem sehr schmerzhaft.

Schmerzen sind immer ein Schutzmechanismus des Körpers.

Da Schmerzen am Rücken in der Regel auf die Freisetzung von Entzündungsmediatoren verweisen, lassen sie sich in der Regel gut mit entzündungshemmenden Medikamenten behandeln. Viele Orthopäden behandeln deshalb Rückenschmerzen mit Kortison-Injektionen und zunächst tritt dann auch oft eine kurzfristige Besserung ein. Nur wird die Regeneration des betroffenen Gewebes in der Wirbelsäule durch Glucokortikoid-Injektionen leider eher gehemmt, weshalb sich bereits in vielen Praxen schonendere und vor allem nachhaltigere Therapieform bewährt haben:

Injizierbare Blutderivate

Die Infiltrationstherapie durch Medizinprodukte auf Basis von Eigenblut fußt auf der Idee, körpereigene Signalstoffe gezielt einzusetzen. Signal- oder Botenstoffe sind biologische Stoffe im Blut eines jeden Menschen, die sich an Rezeptoren binden und so Informationen an spezifische Zellen im Körper weitergeben. Am Prozess der Zellerneuerung sind sie elementar beteiligt.

Bei der Regeneration von entzündlichen Prozessen in Gelenken und Muskelgewebe sind unter anderem Wachstumsfaktoren, Exosomen, Lipidmediatoren sowie Zytokine beteiligt. Wachstumsfaktoren wie TGF-β geben der Zelle den Impuls zur Zellteilung, Exosomen übernehmen die Funktion der intrazellulären Kommunikation, Lipidmediatoren wirken entzündungshemmend und Zytokine wie z.B. IL-1Ra, IL-10 können Stärke und Dauer einer Entzündung begrenzen und den Prozess der körpereigenen Regeneration anstoßen. Wie können diese Botenstoffe jetzt dem schmerzgeplagten Rücken eines Patienten nutzen?

Mit einem Medizinprodukt wird dem Patienten eine kleine Menge Blut entnommen. Dieses patienteneigene Blut wird bei Körpertemperatur kontrolliert koaguliert – das heißt, die natürlichen Prozesse der Blutgerinnung werden provoziert. Während dieses Vorgangs werden die oben beschriebenen, entzündungslösenden Mediatoren freigesetzt. Durch Zentrifugieren wird das Blood Cell Secretom (BCS) gewonnen. BCS ist ein körpereigenes Serum, das – kontrolliert in die erkrankte Stelle injiziert – exakt dort die körpereigene Regeneration fördert, wo der Schmerz entsteht.

Profisportler setzen auf schnelle Genesung

Gerade weil diese Infiltrationstherapien (wie bspw. Orthokine) lokal verabreicht werden und auf die Selbstheilungskräfte des Körpers bauen, wird diese Methode bereits in der Sportmedizin bei vielen Verletzungen des Bewegungsapparats sehr erfolgreich eingesetzt – vor allem auch im Profisport. Denn Leistungssportler beispielsweise aus der Fußball-Bundesliga können sich längere Ausfallzeiten genauso wenig leisten wie Magenschmerzen als Begleiterscheinung einer Schmerzmitteltherapie, die immer ein Balanceakt zwischen „guter Wirksamkeit“ und „guter Verträglichkeit“ ist. In einem Überblicksartikel der Sportärztezeitung (Sportärztezeitung, 1/20) beschreibt Dr. med Ralf Doyscher, Teamarzt von Borussia Mönchengladbach zusammen mit PD Dr. med. Peter Brucker, Mannschaftsarzt Ski alpin, die Vorteile einer BCS Behandlung sowie anderen Therapien mit injizierbaren Blutderivaten. Zusammen mit einem individuell ausgeklügelten Bewegungsplan, der die entsprechende Muskulatur sanft stärkt, sind ihre Schützlinge deshalb in der Regel schnell wieder einsatzbereit.

Paradox: Jede Bewegung stärkt und fordert den Rücken

Das ist ein wichtiger Unterschied zu uns „Normalos“: an den letzten Besuch im Sportstudio erinnern wir uns schon kaum mehr, der Fahrstuhl sorgt dafür, dass wir nicht verschwitzt oben ankommen und Tanzen können die im Fernsehen sowieso besser: Stimmt alles – und trotzdem ist regelmäßige Bewegung für einen gesunden Rücken unerlässlich. Und regelmäßig meint eigentlich täglich! Es ist wissenschaftlich belegt, dass nur 5 Minuten Frühgymnastik schon einen nachweisbaren Effekt haben. Hier haben Profi-Sportler einen klaren Vorteil, denn sie müssen zumindest in der Vorstellung des Laien den inneren Schweinehund nicht erst überwinden. Deshalb ist bei jeder sportlichen Betätigung wichtig, dass die Freude im Mittelpunkt steht. Denn wenn Bewegung Spaß macht, findet sich auch die Zeit für sportliche Aktivität in einem vollen Terminkalender!

Ganz gleich ob Sie es Rumpfbeuge oder Sonnengruß nennen – am besten Sie bauen ein, zwei rückenstärkende Übungen ab heute in Ihren Alltag ein, damit dann bald auch die Radtour, das Feierabend-Tennismatch oder die Golfrunde wieder voll genossen werden können.

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