Diese 6 Kräuter helfen bei Grippe

5. November 2020

Mit der dunklen Jahreszeit hält auch kaltes Schmuddelwetter seinen Einzug – der perfekte Nährboden für Husten, Erkältungen und andere Infekte. Gerade in diesem Jahr ist es wichtig, das Immunsystem mit entsprechenden Hilfsmitteln auf Vordermann zu bringen. Wer nicht gleich die Apotheke ins Vertrauen ziehen möchte, kann auch zu allerlei Hausmitteln greifen. Denn es gibt einige Pflanzen, die nicht nur lecker sind, sondern clever in unseren Speiseplan eingebaut auch unsere Gesundheit pushen. Tim Woitaske, Küchendirektor des Steigenberger Hotel Treudelberg Hamburg, kennt sich aus und verrät sechs natürliche Helfer im Kampf gegen ungeliebte Viren:

1. Ingwer – die Allzweckwaffe

In dieser Knolle steckt mehr als man glaubt. Ingwer ist reich an Vitamin C und enthält darüber hinaus Magnesium, Eisen, Kalzium, Kalium, Natrium und Phosphor. Das Rhizom (dicht unter der Erde wachsender Spross, der auch mehrere Winter überdauern kann) wirkt zudem antibakteriell und stärkt das Immunsystem. Tipp: Wer schon im Spätsommer eine Ingwerkur macht, stärkt sein Immunsystem im Voraus. Entweder den Ingwer in heißem Wasser ziehen lassen und mit Honig als Tee mehrmals am Tag trinken oder abkühlen lassen und als erfrischendes Ingwerwasser genießen. Ingwer eignet sich hervorragend, um Suppen und Eintöpfe zu verfeinern – perfekt für diese Jahreszeit.

2. Salbei – der Rachenschmeichler

Vor allem bei Schmerzen im Hals und Rachen ist Salbei ein wohltuendes Mittel. Die im Salbei enthaltenen Gerbsäuren wirken zusammenziehend auf die Schleimhäute, wodurch sie sich beruhigen und leichter heilen können. Zudem sind ätherische Öle wie Cineol und Campher enthalten, die Entzündungen im Körper lindern. Tipp: Salbeihonig im Tee genießen oder Salbei selbst als Heißgetränk aufgießen, um schneller zu gesunden. Auch in der Küche ist das Kraut vielseitig einsetzbar. Man kennt es vor allem von Klassikern wie Ossobuco und Saltimbocca, außerdem passt es zu fettem Fisch, Gemüse oder Pilzen und ist hervorragend zum Verfeinern von Saucen und Marinaden geeignet.

3. Melisse – die Beruhigende

Bei Grippe und Erkältungen arbeitet der Körper auf Hochtouren und manchmal bleibt der wohltuende Schlaf auf der Strecke. Hierfür empfiehlt der Küchenprofi die beruhigende Melisse. Ihre ätherischen Öle wirken entspannend und angstlösend. Ein günstiger Nebeneffekt ist ihre positive Wirkung auf die Darmflora, die Blähungen und Völlegefühle lindern kann. So brauten Mönche schon im Mittelalter Tränke aus Melisse und anderen Kräutern gegen Verdauungsbeschwerden. Wer sie nicht als Tee trinken möchte, kann Melisse sowohl für Süßspeisen wie auch deftige Gerichte verwenden. Am besten kommt ihr zitroniges Aroma in Verbindung mit Fisch zur Geltung, wenn die zerkleinerten Blätter in einem Päckchen zusammen mit dem Fisch gegart werden. Lecker.

4. Rosenwurz – der Stresscoach

Rosenwurz ist einer der bekanntesten Pflanzenstoffe, wenn es um die Linderung von Stresssymptomen geht. Gerade bei Grippe und Erkältung braucht der Körper Ruhe, um abschalten zu können. In Russland und China werden die Blätter vor allem mit anderen Gemüsesorten verzehrt oder als Tee aufgegossen. Die Pflanze hilft dabei, den Stress-Level des Körpers zu senken und bringt den Körper wieder in sein Gleichgewicht. Langfristige Anwendungen zeigen, dass Ermüdungserscheinungen durch regelmäßigen Verzehr reduziert werden können und der Körper leistungsfähiger wird. Auch die mentale Stärke und Konzentration wird durch Rosenwurz gesteigert. Die leicht bitter schmeckenden Blätter können roh oder gekocht zum Beispiel einem Salat zugefügt oder mit anderem Gemüse zusammen verzehrt werden.

5. Thymian – der Entspannende

Seit mehr als 4.000 Jahren ist der Thymian als Gewürz- und Heilpflanze bekannt. Seine Heilwirkung entfaltet sich vor allem bei Entzündungen der Atemwege wie Erkältung oder Husten. Das Kraut wirkt krampflösend auf die Bronchien, fördert den nötigen Auswurf und wirkt entzündungshemmend. Gerade bei Bronchitis und Keuchhusten wird seine Wirkung geschätzt. Doch auch bei Asthma, Kehlkopfentzündung oder Verdauungsbeschwerden entfaltet sich seine Kraft. Thymian kann als Tee aufgegossen und getrunken oder gegurgelt werden. Darüber hinaus schwören viele auf eine Anwendung in einem Vollbad. In der Küche kann Thymian schwere Speisen leicht verdaulicher machen, so dass es zu Schmorfleisch, Wild, Lamm sowie verschiedenen Gemüsesorten passt. Noch besser zur Jahreszeit passt die Verwendung von Thymian in Suppen. So verleiht sie zum Beispiel Hühnersuppe, dem altbewährtem Hausmittel bei Grippe und Co. ein besonderes Aroma und entfaltet dort seine Heilwirkung.

6. Chili – die heiße Schote

Chili sorgt nicht nur für Feuer im Essen, sondern ist besonders gesund für Körper und Geist. Zu verdanken haben wir diese Beerenfrucht Christoph Kolumbus, der sie Ende des 15. Jahrhunderts nach Europa brachte. Ihr scharfmachender Inhaltstoff Capsaicin enthält Schleimhautschutzstoffe, die entzündungshemmend und antibakteriell wirken, so dass Chilis unter anderem bei Magengeschwüren und Gastritis eingesetzt werden. Zudem enthalten frische Früchte drei Mal so viel Vitamin C als Zitrusfrüchte und können so das Immunsystem stärken. Sie regen ebenso den Stoffwechsel an und man schwitzt selbst bei kleinen Mengen, weswegen die Frucht auch bei rheumatischen Schmerzen, Hexenschuss, Migräne und Gürtelrose eingesetzt wird. Wer Chilis regelmäßig konsumiert, kann ebenso seine Blutzucker- und Blutfettwerte verbessern. In der Küche kann Chili überall eingesetzt werden, egal ob die Hühnersuppe noch schärfer werden soll oder der Eintopf noch etwas Feuer braucht. Achtung: Unbedingt beim Verarbeiten Handschuhe tragen oder die Hände gründlich waschen, sonst brennt es schnell in den Augen oder der Nase.

Ernährungscoach Katharina Gantenberg unterstützt die Wichtigkeit von Kräutern und Gewürzen im aktuellen Speiseplan, um unser Immunsystem im Herbst bestmöglich zu schützen: „Heilende Kräuter und Gewürze in den täglichen Speiseplan zu integrieren, sind eine großartige Möglichkeit, das Immunsystem auf natürliche Weise zu stärken und unsere Gesundheit nachhaltig zu fördern. Doch auch generell ist es gerade jetzt wichtig, auf eine ausgewogene und vollwertige Ernährung zu achten. Das bedeutet zum einen, möglichst viele Nährstoffe und Nahrungsmittel in den täglichen Speiseplan zu integrieren, die unseren Körper beim Gesundbleiben unterstützen. Zum anderen, Lebensmittel zu meiden, die unseren Körper, insbesondere unseren Darm, schwächen. Denn rund 80% unserer Immunzellen sitzen im Darm“. So sind gerade jetzt pflanzliche Nahrungsmittel essenziell wichtig, um eine gesunde Darmflora aufzubauen, wobei natürlich Kräuter, Gemüse und Obst die beste Grundlage bilden. „Besonders wichtig ist eine ausreichende Versorgung mit Proteinen, Omega 3, Vitamin D, Zink, Vitamin C und Vitamin A. Verarbeitete Lebensmittel und Zucker sollten hingegen gemieden werden, denn diese fördern u.a. Entzündungen und nähren unsere schlechten Darmbakterien“, schließt die Fachfrau.

Ähnliche Beiträge: