Urlaub im Baskenland: Wein, Wind und Wasser

20. September 2018
Nicht nur die Mischung aus Küsten- und Berglandschaften, sondern auch der Wein und die Pinxos machen das Baskenland zu einem traumhaften Reiseziel. Hier gibt es zu lesen, was man sich auf jeden Fall anschauen sollte. Die Reise gliederte sich in vier Teile: Bilbao, die Rioja, die Berge und das Meer. 
Los ging meine Reise mit einem Flug nach Bilbao. Das Flughafen-Gebäude wurde von César Pelli entworfen und wird von vielen „La Paloma“ genannt, was „die Traube“ bedeutet. Es ist sozusagen eine Einstimmung auf das, was einen auch später in der Stadt architektonisch erwartet, moderne Architektur mit einer gewissen Klarheit, aber auch Originalität, die sich in Bilbao mit den tratidinonellen Gebäuden mischt.

Aber bevor es in die Stadt geht, geht es erst mal ans Meer. Am Flughafen wartet ein Mietwagen von Auto Europe auf unser der uns die nächsten Tage durch das Baskenland begleiten wird. Auf der Fahrt nach Bilbao sollte man sich auch die Hängebrücke Puente de Vizcaya nicht entgehen lassen. Sie verbindet die beiden Ufer die durch die Mündung des Flusses Nervión in den Golf von Biskaya getrennt sind. Die Brücke wurde 1893 eröffnet, noch heute ist sie in Betrieb.

Eine Brücken-Stadt

Bilbao hat in den letzten Jahren einen beeindruckenden Wandel von einer Industriestadt hin zu einer Kultur-Stadt durchgemacht. Genau deshalb ist die Bilbao auch bei Wochenendebesuchern beliebt, die Fluggesellschaften haben das erkannt und bieten von einigen deutschen Städten Direktflüge an. Bekannt wurde Bilbao durch das Guggenheim-Museum, entworfen von Frank Gehry in dem ihm eigenen Stil beherbergt es eine Sammlung moderner Kunst.
Das Guggenheim-Museum
Das Guggenheim-Museum
Wir entscheiden uns nicht für die Moderne, sondern für das „Museum der Schönen Künste“, nicht weit entfernt. Dort gibt es Werke von El Greco, Sorolla oder Gogain, und auch hier ist ein halber Tag schnell vorbei. Aber noch genügend Zeit, um das Guggenheim-Museum von außen zu „besichtigen“. Als Besucher wird man dort von „Puppy“ begrüßt, einem riesigem Hundewelpen aus Blumen, entworfen von dem Künstler Jeff Koons. Kaum ein Besucher kann diesem Anblick Wiederstehen und das Smartphone für ein Foto in der Tasche lassen. Das Museums-Gebäude hat eine ähnliche Faszination. Wir kommen nicht nur am Tag, sondern auch noch einmal am Abend wieder. Denn beleuchtet hat es noch einmal eine ganz andere Atmosphäre als am Tag, an dem wir bei einem Kaffee auf dem Platz daneben den Anblick genießen.
Auf dem Weg in die Rijoa
Auf dem Weg in die Rijoa

Überhaupt ist Bilbao eine Stadt zum flanieren. Die Wege sind nicht sehr lang, was schade ist, denn so muss man die Metro gar nicht benutzen. Immer wieder sieht man die Metroeingänge, welche die Einheimischen „Fosteritos“ nennen, entworfen hat sie Norman Foster. Es gibt Einkaufsmöglichkeiten, Geschäfte diverser Marken oder Kaufhäuser. Und etwas weiter entfernt die Altstadt mit vielen Bars, in denen wir Abends Pinxos und Wein genießen.

Leider ist es an diesen Tagen im September schon etwas kalt geworden. Der letzte abendliche Spaziergang entlang des Flusses Ria, der Bilbao durchfließt, findet mit dem Regenschirm statt. Es bleibt der Eindruck einer modernen und traditionsbewussten Stadt.

Der Wein

Am nächstenTag führt uns der Weg weiter in eine andere Ecke des Baskenlandes: die Rioja. Wir fahren mit dem Auto einige Kilometer einen kleinen Pass hinaus, als es dann wieder herunter geht liegt sie auf einmal vor uns. Es öffnet sich der Blick in eine weite Ebene, wohin das Auge sieht gibt es Weinreben. Dazwischen kleine Hügel mit Städten. Ich halte erst mal an um diese Aussicht zu genießen.
Marques de Riscal
Der Besuch eines Weingutes ist hier natürlich Pflicht. Bei einer Führung kommt man so in die „Calvados“, die unterirdischen Gewölbe in denen die Weinfässer lagern. Ähnlich wie in Bilbao ist es auch hier die Kombination aus Tradition und moderner Architektur die sofort ins Auge fällt. Ein gutes Beispiel dafür ist die Bodega „Marques de Riscal“, schon von weitem sieht man das geschwungene Metalldach in der Sonne blitzen, es wurde von Frank Gehry entworfen. Mit vielen neuen Eindrücken und natürlich auch einigen Falschen Wein im Gepäck geht es weiter, dieses mal in die Berge.

Die Berge

Im Nationalpark

Dort geht es in den Ort Arantazu, mitten im Naturpark Aizkorri-Aratz. Hier befindet sich auch der höchste Berg des Baskenlandes, der Aitxuri (1.551 m).  Auf einer Passtraße schlängelt sich der Weg nach oben, der Verkehr nimmt immer weiter ab. Schließlich mündet die Straße in den Ort. Der Ost ist klein, groß ist dagegen „Santuario de Arantazu“, ein Kloster der Franziskaner (hier kann man auch übernachten) und ein Kulturzentrum. Es wurde nach drei Bränden in den fünfziger Jahres wieder aufgebaut. Der gesamte Komplex wurde 1955 eröffnet und wurde Kennzeichen der zeitgenössischen baskischen Kunst. Unsere Unterkunft ist eine „Caserio“, ein baskisches Bauernhaus.

Hier oben kann man hervorragend Wandern, es gibt ein Naturpark-Zentrum das man besuchen kann.

Das Meer

Die letzte Station auf dieser Reise ist die Küste. Das Kanarische Meer spielt im Baskenland schon seit jeher eine wichtige Rolle. Der Fischfang spielt auch heute noch eine große Rolle und es gibt abwechslungsreiche Strände. Zum Surfen gibt es ebenso geeignete Stellen wir zum baden. Mitte September ist es teilweise schon recht stürmisch, dafür aber auch um so leerer. Unsere Unterkunft ist im Ort Bakio, dort gibt es den größten Strand der gesamten Biskaya.
San Juan de Gaztelugaxte
San Juan de Gaztelugaxte
Von hier führt eine kleine Wanderung zur Kapelle „San Juan de Gaztelugaxte“. Sie liegt auf einer kleinem Felsvorsprung vor der Küste und kann über 231 Stufen erklommen werden. Auf dem Weg dahin begegnet man oft verkleideten Wanderern – es sind Fans der Serie „Game of Thrones“ –  denn auch dort kommt dieser Felsen vor, wenn auch ohne Kappelle. In der Serie steht dort oben eine Burg. Vor allem durch die Verfilmung ist dieser Ort einer der am meisten fotografierten im ganzen Baskenland, was man auch an den Besuchermassen merkt. Aber das sollte einen nicht davon abhalten diesen Weg ebenfalls zu gehen.
Bakio
Bakio

 

Von Bakio sind es mit dem Auto nur 45 Minuten zurück zum Flughafen in Bilbao. Hier endet die kleine Rundreise durch das Baskenland.

Es gibt in Europa nicht viele Regionen die auf so kleinem Raum so viel unterschiedliches bereithalten. Die baskische Kultur, sei es in der Sprache, der Kunst oder auch der Küche, kann einen schnell verzaubern. Es war sicher nicht meine letzte Reise in die Region.

Pintxos

Wenn man das Baskenland besucht kommt man an dieser Spezialität nicht vorbei, sie begegnet einem in jeder Stadt. Eigentlich ist es viel mehr eine Idee, die hinter diesem Gericht steckt: Von Bar zu Bar ziehen und überall etwas von den Pintxos probieren, die dort auf den Theken stehen. Begonnen haben soll es mit unscheinbaren Gildas aus Peperoni und Anchovis, die man zum Wein aß. Heute sind die Variationen größer geworden, es ist anspruchsvolle Gastronomie im Kleinformat.

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