Was tun bei Scheidenpilz?

29. März 2014

Scheidenpilz betrifft drei von vier Frauen im Lauf ihres Lebens. Quälender Juckreiz und unangenehmer Ausfluss schränken die Lebensqualität enorm ein. Auch die Partnerschaft leidet, wenn schmerzhaftes Brennen, Schwellungen und Rötungen die sexuelle Aktivität bremsen. Experten raten bei Scheidenpilzinfektionen vorzugsweise zur lokalen Therapie. 

Für Betroffene ist es eine große Erleichterung zu wissen: Scheidenpilz ist keine Geschlechtskrankheit, sondern lediglich Folge einer verstärkten Vermehrung von Hefepilzen. Damit besteht weder für die erkrankte Frau noch für deren Partner Grund zur Panik.

Schuld ist eine Schwäche in der Abwehr

Meist verursachen Hefen der Gattung Candida albicans die Beschwerden. Hormonelle Veränderungen, etwa in der Pubertät, der Schwangerschaft oder in den Wechseljahren können die Abwehrkräfte schwächen – ebenso wie Stress, Klimaveränderungen und die Einnahme von Antibiotika. Gerät das gesunde saure Milieu der Scheidenflora aus dem Gleichgewicht, wird der körpereigene Schutz vor vaginalen Infektionen außer Kraft gesetzt. In dieser Situation kann es leicht zu einer Scheidenpilzinfektion kommen.

Wirkstoff für rasche Selbsthilfe

Präparate zur Selbstbehandlung mit unterschiedlicher Therapie-Dauer sind in der Apotheke erhältlich. Der Wirkstoff Clotrimazol wurde bereits in den 1970er- und 80er-Jahren erforscht. Medikamente wie beispielsweise das rezeptfreie 3-Tages-Therapie (KadeFungin 3) kommt dem Bedürfnis erkrankter Frauen nach aktiver Selbsthilfe entgegen: Für drei Nächte führen sie je eine Tablette in die Vagina ein. Die Tablette zerfällt auch bei geringen Flüssigkeitsmengen und bildet mithilfe eines Emulgators einen Schaum, der sich gleichmäßig in der Scheide verteilt. Tagsüber wird zusätzlich dreimal Creme auf die Schamlippen aufgetragen.

Schon wieder Scheidenpilz: Jucken ohne Ende

Wichtig ist, das Präparat auch bei schneller nachlassenden Beschwerden über alle drei Tage anzuwenden. Denn dann erst ist die Therapie vollständig abgeschlossen und einem Rückfall kann so vorgebeugt werden. Eine konsequente 3-Tages-Therapie  hat den Vorteil, dass Scheidenpilz zuverlässig und sicher beseitigt wird. Clotrimazol tötet vorhandene Pilze ab und hemmt ihre Vermehrung. Bei zu kurzer Behandlung besteht die Gefahr, dass Hefepilze im Genitalbereich verbleiben und es dadurch zu einer erneuten Infektion kommt. Schätzungsweise bis zu 50 Prozent aller Frauenerkranken kurze Zeit nach Abklingen der Erstinfektion erneut. Ein Grund hierfür kann die zu kurze Anwendung sein. Bei mehr als vier Erkrankungen im Jahr sollte das Problem mit dem Frauenarzt besprochen werden – denn möglicherweise verbirgt sich eine andere Ursache, beispielsweise eine auf den Wirkstoff nicht ansprechende Pilzart, hinter den wiederkehrenden Beschwerden.

Wichtiger Unterschied: Geruch weist auf Bakterien hin

Nicht jede Intimerkrankung ist eine Pilzinfektion, deren Kennzeichen ein geruchloser gelb-weißlicher und quarkartiger Ausfluss ist. Hat der Ausfluss eine grau-weißliche, dünnflüssige Beschaffenheit und riecht fischartig, liegt möglicherweise eine Infektion mit Bakterien – eine so genannte bakterielle Vaginose – vor. Diese kann nicht in Eigenregie behandelt werden, sondern erfordert in jedem Fall einen Besuch beim Frauenarzt und meist eine Therapie mit Antibiotika. Dadurch werden jedoch häufig nicht nur Krankheitserreger, sondern auch die gesunden Bakterien der Scheidenflora – die so genannten Laktobazillen – abgetötet.