Stielwarzen selber entfernen – was ein Dermatologe rät

9. August 2020

Bei uns ging es schon mehrmals um das Thema Stielwarzen und welche Behandlungsmethoden es gibt. Da das Thema sehr viele von Euch umtreibt haben wir noch mal mit dem Dermatologen Dr. Christoph Liebich über das Thema gesprochen, insbesondere, wie man Stielwarzen selber entfernen kann.

Wie erkennt man Stielwarzen?

Eine Stielwarze am Hals.
Eine Stielwarze am Hals. Foto: pr

Wie unterscheiden sich eigentlich Stielwarzen von normalen Warzen? Sie entstehen oft “aus dem Nichts”, so Dr. Christoph Liebich. An ein paar Merkmalen kann man Stielwarzen gut erkennen: “Sie fühlen sich an, wie die Kugel einer kleinen Stecknadel.” Während normale Warzen auf der Haut liegen, stehen Stielwarzen ab und fühlen sich “fleischig” an.

Außerdem kann man an diesen Punkten die Stielwarzen gut erkennen:

  • hautfarben und wenige Millimeter groß
  • nur über einen dünnen „Stiel“ mit der Haut verbunden
  • weich und leicht zu bewegen
  • auch bei Berührung schmerzfrei

Im Gegensatz zu anderen Warzen sind Stielwarzen nicht ansteckend. Wenn man sich ein wenig mit dem Thema befasst, sollte man die Warzenarten gut unterscheiden kann. Ein Onlinetest wie dieser kann dabei helfen.

Doch welche Warzen soll oder muss man entfernen?

Dies hänge davon ab, wo die Stielwarze sitzt, und ob sie stört. Wenn sie beispielsweise an den Augen sitzt und beim Sehen stört, sei dies natürlich auch ein Argument für die Entfernung. Ebenfalls, wenn die Warze entzündet ist, etwa durch Reibung, so der Dermatologe.

Das gute: Stilwarzen verursachen in der Regel kein medizinisches Problem. Einzige Ausnahme: sie sitzen an Stellen wie dem Auge, wo sie einen beeinträchtigen können. Dann sollte ein Dermatologe kontaktiert werden.

Ansonsten gibt es gute Erfolgsaussichten, Stilwarzen zu Hause erfolgreich zu entfernen.

“Stilwarzen können Sie nicht vermeiden”, so Dr. Liebich. Eine Häufung gebe es bei übergewichtigen Menschen. Sie treten gerne dort auf, wo Haut auf Haut liege.

Bei etwa jedem zweiten Menschen treten im Laufe des Lebens Stielwarzen auf. Die Wahrscheinlichkeit steigt vor allem mit zunehmendem Alter, unabhängig vom Geschlecht. Meistens bilden sie sich in Faltenregionen, wie der Leistengegend oder den Achselhöhlen, aber auch am Hals oder auf den Augenlidern. Ihrem Namen zum Trotz handelt es sich bei Stielwarzen eigentlich nicht um Warzen. Vielmehr sind es gutartige Hautwucherungen des Bindegewebes, sogenannte Fibrome.

Welche Möglichkeiten gibt es, Stielwazten selber zu entfernen?

Manchmal liest man, man könne Stielwarzen einfach abschneiden. Doch as ist gefährlich. “Eine Schere gehört nicht in die Hand des Patienten”, so Dr. Liebich. Das sollten Ärzte machen, auch, um die Warze nach dem Entfernen dermatologisch zu untersuchen. Für die professionelle Entfernung zu Hause empfehle sich ein Arzneimittel, wie etwa Wortie, welches die Warze vereist. Durch Fixierungringe wird die Warze zunächst befestigt, dann kann diese mit einer Metallspitze vereist werden, ohne das die andere Haut damit in Kontakt kommt. Diese Behandlungsmethode gibt es auch für andere Warzen-Typen, etwa Dornwarzen.

Die Größe des Aplikators, also der Metallspitze, muss zur Warze passen, damit die Kälte in das Gewebe eindringen kann.

Während Ärzte mit flüssigem Stickstoff arbeiten (-196 Grad) enthalten die Produkte aus der Apotheke Gase, diese werden nicht ganz so kalt.

Wie lange hält man diese auf der Warze? Hier sollte man sich auf die Angaben auf der Packung verlassen. Es bilden sich Eiskristalle in den Zellen, dadurch werden die Stellen geschädigt. Je länger die Haut im Minusbereich ist, umso erfolgversprechender ist die Heilung von der Warze.

Die Haut kann Entzündungsreaktionen zeigen und das Gewebe stirbt ab. Ein Indikator ist, wenn sich eine Blase unter der Warze bildet. Diese falle dann ab, darunter ist bereits die neue Haut.

Und wie versorgt man die Warze nach dem Vereisen? “Zunächst ein Flaster tragen”, rät Dr. Liebich. Nach wenigen Tagen sollte sich die Haut dann regeneriert haben, nach etwa zwei Wochen sollte die gesunde Haut da sein.

Stielwarzen in drei Schritten entfernen

 Sicherstellen, dass es sich um eine Warze handelt

Manche Warzen, wie zum Beispiel gewöhnliche Warzen, Stielwarzen oder Dornwarzen, kann man mit freiverkäuflichen Mitteln aus der Apotheke entfernen. Hier sollte man sich sicher sein, um welche Warzenart es sich handelt, danach wählt man das Produkt für die Behandlung aus.

Die Warze vereisen

Mit Hilfe der Vereisungstherapie lassen sich gewöhnliche Warzen an Händen und Füßen sowie Dorn- oder Stielwarzen effektiv und schnell selbst behandeln. Bei der einfachen und schnellen Prozedur wird Kälte mithilfe eines Metall-Applikators in das Warzengewebe geleitet. Das vereiste Gewebe stirbt ab und löst sich nach etwa zwei Wochen von allein. Zurück bleibt gesunde, unverletzte Haut. Der Vorteil: Die gesamte Behandlung dauert weniger als eine Minute.

Prüfen, ob eine weitere Behandlung nötig ist

Eine einzige Anwendung reicht meist völlig aus. Bei hartnäckigen Warzen lässt sich die Anwendung aber auch weitere Male wiederholen. Wenn auch nach der dritten Anwendung die Warze nicht kleiner wird, dann sollte man einen Hautarzt aufsuchen. Der kann die Warze dann in der Praxis behandeln und mit einem kleinen chirurgischen Eingriff entfernen.

Trotz erfolgreicher Behandlung kann es sein, dass sich nach einiger Zeit wieder eine Warze bildet. Das liegt daran, dass man sich jederzeit mit den Viren anstecken kann, die für die Warzenbildung verantwortlich sind. Dafür reicht zum Beispiel eine Berührung von infizierten Gegenständen aus. Umso besser, wenn man beim nächsten Mal direkt weiß, wie man die störende Warze entfernen kann.

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