So schützt man sich vor Ping-Anrufen

24. Juni 2020

Ihr kennt das vielleicht: Das Telefon klingelt und eine unbekannte Nummer erscheint auf dem Display, doch nach dem Abheben meldet sich niemand. Dort ist nur Stille. Vermutlich ist das dann ein Ping-Call bzw. Ping-Anruf. Telefonbetrüger versuchen mit dieser Masche, die Leute zu einem oft sehr teuren Rückruf zu bewegen. Wie kann man sich davor schützen?

Ping-Anruf - so schützt man sichEinfach nicht dran gehen, könnte man sofort denken. Doch das lässt sich oft nicht umsetzen, zumindest dann nicht, wenn man hin und wieder von unbekannten Nummern angerufen wird. Deshalb habe ich mit einem Experten gesprochen, Thomas Wrobel arbeitet im Bereich Spam-Schutz bei Clever Dialer. Er hat mir verraten, wie Ping-Calls funktionieren und was man wirkungsvoll dagegen tun kann:

  • Kein Anklingeln, aber ein verpasster Anruf: Oft passiert es auch, dass Betroffene überhaupt kein Telefonklingeln wahrnehmen und beim Rückruf einer Betrugsmasche zum Opfer fallen. Das liegt daran, dass Telefonbetrüger schon beim Zustandekommen der Verbindung den Anruf wieder abbrechen, denn so wird erst gar kein Anrufklingelton ausgelöst. Diese Verzögerung sorgt dafür, dass das eigene Telefon lediglich einen verpassten Anruf listet.
  • Direktes Auflegen am anderen Ende der Leitung: Der Klassiker ist, dass Telefonbetrüger sichergehen und warten, bis der Angerufene abnimmt. Im nächsten Schritt legt der Anrufer direkt auf und hofft auf einen Rückruf. Wenn dieser erfolgt, versuchen die Spammer das Gespräch in die Länge zu ziehen, da der Anruf den Verbraucher minütlich Geld kostet.
  • “0900 hat angerufen”: Neben den aus TV-Gewinnspielen bekannten Mehrwertdiensten, die beim Rückruf eine feste Gebühr zwischen drei und 14 Cent pro Minute kosten, gibt es auch Rufnummern mit hohen Gebühren. Zu erkennen sind sie an der Vorwahl, Premium-Rufnummern mit “0900” oder Online-Dienste mit “019” fallen beispielsweise in diese Kategorie. Hier legt der Betreiber die Kosten pro Gesprächsminute selbst fest und treibt so die nächste Telefonabrechnung von Verbrauchern gehörig in die Höhe.
  • Ausländische Vorwahl – insbesondere fernab der EU: Eingehende Anrufe aus dem Ausland, also Rufnummern ohne der Vorwahl “0049” oder “+49”, sind mit großer Vorsicht zu behandeln. Speziell bei Anrufen aus Nicht-EU-Ländern gilt die höchste Spam-Warnstufe.
  • Rückruf-Aufforderung: Auch eine der dubiosen Ping-Call Strategie ist, dass um einen Rückruf gebeten wird. Aus Höflichkeit zurückzurufen ist sicher ein nachvollziehbares Handeln, doch man hier unbedingt ein gesundes Misstrauen an den Tag legen.

So schützt man sich vor Ping-Anrufen

Ping-Anrufe bzw. Ping-Calls sind eine der beliebtesten Strategien von Telefonbetrügern. Der Grund: Sie sind denkbar einfach umzusetzen und bringen ahnungslose Opfer schnell um viel Geld. Deshalb sollte man auch unbedingt darauf achten, wo man seine Telefonnummer hinterlässt. Die Betrüger scannen das Internet nach Nummern, diese werden dann automatisiert mit der Masche kontaktiert. Am wirkungsvollsten ist es also, mit der eigenen Nummer online sparsam zu sein, und bei unbekannten Nummern, die eine komische Vorwahl haben oder aus dem Ausland sind, besser nicht zurückrufen.

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