Ski-WM 2019 – Gold für die nachhaltigen Schweden?

25. Februar 2019
Kommentare deaktiviert für Ski-WM 2019 – Gold für die nachhaltigen Schweden?

Wenn die Ski-WM im Februar in Åre stattfindet, wird parallel wieder über den Klimawandel diskutiert werden. Vor allem, welchen Anteil daran das Skifahren selbst hat. Offenkundig ist, dass das Klima sich ändert. Es gibt immer mehr Wetterkapriolen. Winter mit extremen Schneefällen und Stürmen wechseln sich ab mit milden Wintern und Schneemangel. Die Gletscher gehen zurück und durch diese Entwicklung werden immer mehr Skigebiete bedroht sein.

Auswirkungen des Klimawandels auf die Ski-WM 2019

Skifahren und Schnee gehören zusammen wie Schwimmen und Wasser. Ohne das glitzernde Weiß könnte kein Ski-Wettbewerb ausgetragen werden. Auch das andere Extrem des Klimawandels – zu viel Schneefall – stürzt eine Veranstaltung, wie die Ski-WM ins Chaos. Vor allem, wenn zum extremen Schneefall auch noch Stürme hinzukommen. Um die Gesundheit der Sportler nicht zu gefährden, muss der Terminplan immer und immer wieder verschoben werden. Ob nun Schneemangel oder zu viel Schnee – beides stellt die Organisatoren vor eine Herausforderung. Bei Schneemangel muss der Schnee technisch erzeugt werden über Propellerkanonen. Die sind jedoch sehr umstritten, weil sie viel Wasser und Energie verbrauchen. Zu viel Schnee hingegen muss von den Skihängen abtransportiert, die Wege zu den Skigebieten müssen von Schneemassen befreit werden. Auch das wird konträr diskutiert, da Bagger unter Umständen Grasnaben zerstören können.

Das weiße Åre ist ganz schön grün

Åre ist mit seinem Berg Åreskutan das alpine Herz Skandinaviens. Und obwohl es eine sehr gute Infrastruktur für Touristen gibt, ist Schweden für seinen sanften und nachhaltigen Tourismus bekannt. Sie lieben ihre Natur und schützen sie, indem sie ihre Wälder erhalten und Gebiete zu Naturreservaten erklären. Damit haben sie eine Vorreiterrolle in der EU übernommen. Um die ambitionierten Ziele für ein nachhaltigeres Leben im Einklang mit der Natur umzusetzen, braucht es Hingabe und Konsequenz. Dass sie das können, haben die Schweden schon bewiesen. Sie sind führend in der Elektromobilität, in der Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel und in erneuerbaren Energien.

Die Jagd nach Medaillen im naturverbundenen Schweden

Ein Teil der Medaillen, vor allem bei den Damen ist schon vergeben – ohne große Ausbeute der deutschen Rennläuferinnen. Es stehen aber noch einige Rennen aus. So beispielsweise der Riesenslalom der Herren. Bislang musste die Ski-WM allerdings ohne Superstar Marcel Hirscher auskommen, der kränkelt. Ob er im Riesenslalom eingreifen wird, ist fraglich. Wetten können noch abgegeben werden. Oder wird doch einer der Konkurrenten triumphieren? Die Quoten für Henrik Kristoffersen stehen ganz gut. Nicht zu unterschätzen sind sicherlich die Franzosen. Deutsche finden sich allerdings unter den Favoriten nicht.

Die Suche nach Idolen

Die Ski-WM in Åre wird ihre Idole hervorbringen. Ob es die alten sind oder neue wie Phoenix aus der Asche steigen werden, wird sich zeigen. Bei den Damen hat sich die Grande Dame Lindsay Vonn mit einer Bronzemedaille verabschiedet. Die Abfahrt der Herren endete mit einem Doppelsieg des Nachbarn Norwegen. Im Riesenslalom der Damen gab es immerhin eine Silbermedaille für Viktoria Rebensburg – ein Trostpflaster. Zu hoffen bleibt, dass es bei der Ski-WM 2019 vielleicht noch einen versöhnlichen Abschluss aus deutscher Sicht gibt. Und vielleicht nimmt sich die Welt nach den Wettkämpfen die Schweden in puncto Nachhaltigkeit als Vorbild. Diese Hingabe wird gebraucht. Sie kann zwar den Klimawandel nicht stoppen, aber zumindest dazu beitragen, dass die Lebensqualität erhalten bleibt und die Umwelt geschützt wird.