Schwarzweiß-Bilder richtig rahmen

16. Januar 2021

Was muss man bei Schwarzweiß-Bilder beachten? Wie man Schwarzweiß-Bilder richtig rahmen muss, das erkläre ich in diesem Beitrag. 

Schon 1915 wusste der Künstler Kasimir Malewitsch, was die Farben Schwarz und Weiß können. Sein Ölgemälde „Das schwarze Quadrat“ auf weißem Grund ist eine der Ikonen der Malerei des 20. Jahrhunderts. Schwarzweiße Bilder versprühen einen besonderen Charme, egal, ob es sich um eine Fotografie, Grafik oder ein Gemälde handelt. Schwarzweiß, dass steht für Fokussierung auf das Wesentliche. Linien, Formen, Kontraste sowie Licht und Schatten spielen eine maßgebliche Rolle bei der Bildgestaltung. Fotografien von Meistern ihres Faches haben eine unglaubliche Tiefenwirkung und faszinieren durch ihre Schönheit und Brillanz. Die richtige Auswahl der Rahmung unterstützt die Wirkung und Wertigkeit eines Bildes. Aber wie geht man das Thema richtig an?

Schwarzweiße Kunstwerke – der Inhalt für den Rahmen

Ob im Interieur-Bereich, in der Mode oder der Kunst – die perfekte Kombination von Schwarz und Weiß sowie ihren Zwischentönen ist alles andere als eintönig. Künstler können durch das bewusste Zusammenspiel von Helligkeit und Kontrasten ihren Bildern eine besondere Ausdruckskraft verleihen. Nicht ohne Grund sind viele berühmte Pressebilder aus Krisengebieten bewusst in Schwarzweiß aufgenommen. Auch in der Portraitfotografie ist Schwarzweiß ein bewusstes Stilmittel, um Emotionen zu vermitteln. Wie der bekannte kanadische Fotograf Ted Grant einmal sagte: „Wenn Du einen Menschen in Schwarzweiß fotografierst, fotografierst Du seine Seele“.

Schwarzweiß-Bilder richtig rahmen
Foto: pr/ HALBE-Rahmen

Black & White – weniger ist mehr

Schwarzweiße Kunstwerke sind etwas ganz Besonderes und haben in den letzten Jahren eine kleine Renaissance erlebt. Die Bildinhalte müssen für sich sprechen. Durch die Reduktion auf das Wesentliche können Schwarzweiß-Fotografien, Kohleskizzen, Druckgrafiken und Radierungen den Betrachter überraschen und den Blick auf das Motiv lenken. Der Auswahl eines passenden Rahmens sollte größtmögliche Aufmerksamkeit geschenkt werden, da er die künstlerische und ästhetische Wirkung unterstützt.

Die Rahmenfarbe – entscheidend für die Wirkung

Um den Bildkontrast bei Schwarzweiß-Bildern gezielt zu betonen, sollte ein dunkler Rahmen verwendet werden. Schwarze Alu- bzw. dunkle Eichenholz-Leisten verstärken die perspektivische Tiefenwirkung, d. h. alle dunklen Bildflächen setzen sich stärker von den hellen Flächen ab. Bei Betonung der helleren Flächen sollte eine helle Leiste, wie beispielsweise ein weißes Ahorn- oder mattes weißes Alu-Profil gewählt werden.

Handelt es sich um ein sehr dunkles bzw. sehr helles Motiv auf cremefarbendem FineArt-Papier, eignen sich hervorragend Alu-Profilleisten in Schwarz, Silber, Mittelgrau sowie eine Holzleiste in Ahorn weiß. In einem hochweißen Aluminumrahmen oder in Esche weiß würde das Papier „vergibt“ wirken.

Alte Schwarzweiß-Fotografien, die im Laufe der Jahrzehnte einen Sepia-Charakter angenommen haben, d. h. der Schwarzanteil durch UV-Strahlung bräunlich und das Weiß auf dem Papier gelblich geworden sind, entfalten bei einer Rahmung mit Erle braun oder Nussbaum natur perfekt ihre Strahlkraft. Der dunkelbraune Holzrahmen lässt die Schwarzanteile der alten Fotografien wieder richtig schwarz wirken. Für Grafiken und Kohleskizzen sind warme Metalltöne, wie Mattgold eloxierte Rahmen, ideal.

Passepartout – klassisches Stilmittel

Die Einheit Bild-Passepartout-Leiste ist für eine ausdrucksvolle Rahmung von erheblicher Bedeutung. Daher ist der Auswahl der Passepartout-Farbe ebenfalls größte Aufmerksamkeit zu schenken. Sehr dunkle Motive sehen hervorragend mit einem schwarzen Passepartout und schwarzem Rahmen aus, da der Kontrast schwächer ist. Ein weißes Passepartout würde dem Motiv das „Besondere“ nehmen. Ein weißes Passepartout eignet sich für helle Motive. Ein schwarzes Passepartout wäre hier zu dominant und würde dem relativ hellen Bild die „Bühne“ stehlen. Handelt es sich um ein Schwarzweiß-Bild mit Sepia-Charakter, ist oftmals ein naturweißes Passepartout die perfekte Wahl.

Auch bei der Rahmung von Schwarzweiß-Bildern ist darauf zu achten, dass das Passepartout über eine angemessene Breite verfügt. Kleine Bilder bis zum Format 10 x 10 cm verlangen nach einem überproportionalen Passepartout. Ansonsten sollte die Breite des Passepartouts ca. 10 – 12 Prozent der längsten Bildseite entsprechen. „Große Kunstwerke kann man flächenbündig rahmen, aber oftmals wirken sie imposanter, wenn sie mit einem Passepartout zusätzlich eingefasst werden“, sagt David Halbe, Geschäftsführer von Halbe-Rahmen.

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Die Signatur des Künstlers bzw. der Büttenrand werden bei der Verwendung eines Klapp-Passepartouts nicht überdeckt, sondern mit in Szene gesetzt Foto: pr/ HALBE-Rahmen

Freigestelltes Motiv im Klapp-Passepartout

Besonders Schwarzweiß-Aufnahmen aus den 20er- und 30er-Jahren liegen meist nur in den Formaten 4,5 x 6 cm oder 6,5 x 9 cm vor und verfügen über einen wunderschönen Büttenrand. Diese einmaligen Exponate sowie Grafiken mit Signatur benötigen eine

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freigestellte Rahmung mit Klapp-Passepartout. Foto: pr/ HALBE-Rahmen

besondere Rahmung. Damit sie perfekt zur Geltung kommen, empfehlen Profis eine freigestellte Rahmung mit Klapp-Passepartout. Das heißt, das Motiv wird auf dem Rückwandkarton des Passepartouts beispielsweise mit transparenten Fotoecken exakt in den Passepartout-Ausschnitt positioniert. Anschließend wird das Passepartout zugeklappt. Die Bilder werden so mit einem zusätzlichen Weißrand im Passepartout gerahmt, was einen schönen optischen Effekt erzeugt. Die Signatur des Künstlers bzw. der Büttenrand werden nicht überdeckt, sondern mit in Szene gesetzt.

Das richtige Glas wählen

Wertvolle Schwarzweiß-Exponate sollten hinter Glas gerahmt werde, damit sie vor Beschmutzung, mechanischen Beschädigungen und vor allen Dingen vor Schäden durch UV-Licht geschützt werden. Darüber hinaus hat das Glas einen großen Einfluss auf die Wirkung eines Bildes. Am Markt gibt es eine Vielzahl unterschiedlicher Bildergläser mit verschiedenen Eigenschaften, die bei der Rahmung eines Exponates abgewogen werden müssen. Um einen reflexfreien und unverfälschten Blick auf das Original, wie ohne Glas zu erzielen, setzen Fotografen, Kunstsammler und Galerien bevorzugt entspiegeltes Museumsglas mit erhöhtem UV-Schutz ein.

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Farbige Wände im Museum. Foto: Julia Kneuse

Hängung auf farbigen Wänden

Farbig gestrichene Wandflächen sind ein ideales Werkzeug, um nicht nur die Wirkung von Räumen zu verändern, sondern auch einem besonderen Schwarzweiß-Bild eine Bühne zu verschaffen. Egal, ob die Wand in dunkelrot, blau oder sogar tief grau gestrichen ist, sie wirkt wie ein „zusätzliches“ Passepartout. Der starke Kontrast der Farben weckt beim Betrachter Interesse. Nicht ohne Grund setzen Museen gern dieses Stilmittel ein.

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