Nina Ruge Rituale über Rituale vor öffentlichen Auftritten

28. Februar 2015
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Frau Ruge, Sie leben einen Teil des Jahres in der Toskana. Haben die Italiener eine besondere Art, das Leben zu genießen, gelassener zu sein?

In der tiefen Krise, die das Land seit Jahren im Griff hält, wäre es vermessen, von „dolce vita“ (dt. „Das süße Leben“) oder „dolce far niente“ (dt. „Das süße Nichtstun“) zu sprechen. Nein, was ich dort lebe, könnte ich auch in einem Obstgarten im Schwarzwald tun oder in einer Hütte am Plattensee. Ich ziehe mich mit meinen Hunden, Gänsen, Katzen, Hühnern und Enten in die Natur zurück. Dazu kommen unser Weinanbau und die Olivenölproduktion, der Gemüsegarten und Freunde, die mich besuchen. Das ist ein sehr erdverbundenes Leben. Ich schreibe meine Bücher und bereite die Kongresse, Podiumsdiskussionen und Live-Sendungen vor, für die ich regelmäßig nach Deutschland zurückfliege. Es ist die Entscheidung, einen Teil des Jahres „anders“ zu leben. Das ganze Jahr über wollte ich das aber nicht.

Was ist denn die besondere Herausforderung solcher Live-Moderationen, wie Sie sie eben genannt haben?

Das Wichtigste ist meines Erachtens die bewusste Rollenentscheidung. Ich begreife mich als „Vermittler“ zwischen Publikum und Podium. Es geht nicht darum, dass mich die Leute toll finden. Es geht vielmehr darum, die Sachzusammenhänge, die Referenten und die Gesprächspartner so zu präsentieren und den inhaltlichen Faden so zu lenken, dass die Teilnehmer sagen „Ja, das hat sich gelohnt. Ich habe etwas mitgenommen, das für mich wertvoll ist“. Dazu kommt, dass es nie an Gelöstheit, Heiterkeit und Emotionen mangeln sollte, auch nicht in hoch technologischen Kongressen. Um das alles miteinander zu kombinieren, bedarf es sehr guter inhaltlicher Vorbereitung und einige Erfahrung.

Gibt es hier ein Credo, das Sie sich vor Auftritten vorsagen, oder etwas, dass Sie in solchen Situationen beruhigt?

Adrenalin ist der beste Wegbegleiter bei großen öffentlichen Auftritten, Lampenfieber ist also willkommen. Ich sage mir dann, „Ich kann mich auf mich verlassen“, dann ist das Lampenfieber so gut wie weg. Richtig gut tut es außerdem, sich auf den eigenen Atem zu konzentrieren. Adrenalin macht nämlich den Atem flach. Dann sollte man tief ein- und ausatmen und sich bewusst des Lebens freuen. Zu guter Letzt habe ich in jeder Handtasche einen Blister Emser Pastillen dabei. Das ist heute ein Ritual für mich, ohne das ich nicht auf die Bühne oder vor die Kamera gehe.

Auf vielen Galas und Charity-Events sind Sie ein gern gesehener Gast. Dabei sprechen Sie mit vielen Leuten und schütteln zahlreiche Hände. Die Ansteckungsgefahr ist dann nicht nur in der Erkältungs-Saison besonders hoch. Wie schützen Sie sich dagegen?

Hände waschen, Hände waschen, Hände waschen! Wir unterschätzen die schützende Wirkung der Hand-Hygiene. Dazu nehme ich regelmäßig Nahrungsergänzungsmittel wie Zink, Selen und Vitaminkomplexe. Außerdem nutze ich die Nasenspülung mit Emser Salz seit vielen Jahren. Es braucht ein paar Tage, bis man sich mit der reinigenden Wirkung und dem warmen Wasserfluss durch die Nase vertraut gemacht hat, aber dann tut es einfach nur noch gut.

Nina Ruges Tipps für „Vielredner“:

 

  • Die eigene Stimme genau kennen lernen, beispielsweise durch ein Sprech- oder Atemtraining.
  • Der bewusste Einsatz der Stimme: Auch Phasen der Stille sind wichtig.
  • Stilles Wasser und Emser Salz sorgen für eine weiche Stimme und freie Atemwege.