Niedrigzinszeiten sind Hochphasen für kuriose Sachwerte

8. September 2015

Was haben ein Koi, eine Handtasche und ein Oldtimer gemeinsam? Sie alle sind kuriose Sachwerte, die bei Anlegern immer beliebter werden. Der Grund ist denkbar einfach: Ungewöhnliche Zeiten erfordern ungewöhnliche Methoden. Anders ausgedrückt: Die Zinsen sind auf ein Rekordtief gesunken und das Bankkonto dient lediglich noch als sicherer Aufbewahrungsort für das Kapital.

Ob der Anleger sein Geld unter dem Kopfkissen versteckt oder auf die Bank bringt – die Auswirkungen sind dieselben: Der Wunsch des Anlegers, sein Geld mit der Zeit zu vermehren, erfüllt sich nicht. Auch ein Blick auf die Börse lässt in diesen Tagen nichts Gutes erahnen: Als kürzlich der Dax weit unter die 10.000-Punkte-Marke rauschte und damit den tiefsten Stand seit vier Jahren erreichte, blieb so manchem Anleger die Luft weg. Kein Wunder also, dass die Anleger gezwungen sind, nach lohnenswerten Alternativen zu Aktien oder riskanten Fonds Ausschau zu halten.

Eine solche Alternative heißt Sachwerte. Und hier sind der Kreativität des Anlegers keine Grenzen gesetzt. Wie wäre es zum Beispiel mit einer lebenden Geldanlage? Kein Witz, bei vielen schwimmt das Kapital wortwörtlich im Gartenteich: Kois erfreuen sich bei Kapitalanlegern immer größerer Beliebtheit, denn für einen ausgewachsenen Koi-Karpfen zahlen Liebhaber auch schon mal fünf- bis sechsstellige Summen.

Der nächste Sachwert stößt zwar keine Luftblasen aus, lässt sich dafür aber wunderbar um den Arm tragen: Die Rede ist von Handtaschen. Ein paar Tausend Euro müssen Käufer aber allemal ausgeben, um ein wertvolles Exemplar zu ergattern. Hier gilt: Je exklusiver die Marke, je begrenzter die Stückzahl, desto höhere Preise werden für die Taschen aufgerufen. Gleiches gilt für Luxusuhren wie auch für Young- und Oldtimer. Hier kommt es vor allem auf den Zustand und die Ersatzteilversorgung an. Wer beispielsweise heute noch einen günstigen Mercedes 124 oder VW Golf 2 an der Straßenecke sieht, dem sei geraten: sofort zuschlagen. Günstiger werden die Modelle nicht. Zudem stehen sie kurz vor dem Übergang ins Oldie-Dasein, was sie in ein paar Jahren zu begehrten Klassikern machen wird.

Der große Vorteil von Sachwerten: Das investierte Kapital besteht nicht aus abstrakten Zahlen, sondern ist in einem Gegenstand materialisiert, der auf den ersten Blick auch im Alltag Verwendung findet. Doch was genau nützen Luxusgegenstände wie Uhren oder Handtaschen im echten Krisenfall wirklich? Nicht viel, ist doch ihr praktischer Nutzwert eher beschränkt. Aber es gibt da noch eine weitere Möglichkeit: Pflegeimmobilien. Nicht so exotisch wie ein Koi, aber mindestens genauso wertstabil, nehmen sie unter den Sachwerten eine Sonderstellung ein. „Denn sie besitzen alle Eigenschaften einer idealen Geldanlage“, betont Sebastian Reccius, einer der beiden Gründer des Portals marktplatz-pflegeimmobilie.de. Zum einen befinden wir uns mitten im demografischen Wandel, sodass die ältere Generation in Zukunft barrierefreien Wohnraum verstärkt nachfragen wird. Damit bietet dieses Investment langfristige Sicherheit und Börsenschwankungen sorgen nicht länger für Unmut. Zum anderen muss sich der Anleger nicht um die Belange seiner Mieter kümmern, hierfür ist der Verwalter der Immobilie zuständig. Und da der Staat mit der Errichtung von Plegeheimen nicht hinterherkommt, schafft dieser Sachwert noch einen sozialen Mehrwert.