Kleider machen Leute oder: Wie wirkt Kleidung?

8. November 2021

Die Geschichte “Des Kaisers neue Kleider” ist Jung und Alt gut bekannt. Hinter der reinen Erzählung allerdings findet sich im Bereich der Bekleidung eine tatsächliche Wirkung. Dabei sind es nicht nur diverse Textilien und Stile, die andere Personen beeinflussen. Auch nicht offensichtliche Signale beeinflussen, wie anderen aufgrund der Kleidung sozial begegnet wird. Kein Wunder also, dass sich die Wissenschaft schon seit langem mit den Auswirkungen der Kleidung auf den menschlichen Alltag befasst.

Positiver Einfluss auf das Individuum

Das Erste, das Menschen von anderen Personen wahrnehmen, ist üblicherweise die Kleidung. Selbstverständlich spielen ebenfalls die Frisur, Bart, Make-up oder Haarfarbe eine Rolle. Der Großteil des Gegenübers wird jedoch durch das transportiert, was er trägt. Entsprechend nehmen Schnitt und Muster, aber auch das Material Einfluss darauf, wie die menschliche Reaktion auf andere Personen ausfällt. Insofern sind nützliche Informationen zu Mustern und Styles wichtig. Denn sie spielen eine große Rolle in Bezug auf psychologische Effekte.Kleider machen Leute oder: Wie wirkt Kleidung? 3

Diese psychologischen Effekte lassen sich bereits bei der bewussten Auswahl beziehungsweise des Anziehens feststellen. So führt die Auswahl von bequemen oder schicken Kleidungsstücken häufig dazu, dass man sich selbst attraktiver wahrnimmt und sich wohler fühlt. Eine weitere Auswirkung der gezielten Kleidungswahl ist, dass sich andere damit gezielt beeinflussen lassen. So kann für einen bestimmten Anlass etwa gezielt ein Outfit gewählt werden, welches nicht nur beeindruckt, sondern den individuellen Status unterstreicht. Ganz ähnlich verhält es sich ebenfalls mit dem Interieur der eigenen vier Wände. Die Wichtigkeit der Inneneinrichtung wird allerdings häufig verkannt, etwas, das in Bezug auf die Kleidung ebenfalls Bestand hat.

Dress-Code und negative Auswirkungen

Doch was getragen wird oder werden kann, hängt häufig von gesellschaftlichen Faktoren ab. So gibt es Lebenssituationen, in denen andere eine bestimmte Erwartungshaltung mit der getragenen Kleidung verbinden. Entsprechend auffällig ist das “unpassende” Outfit. So gibt es diverse Faktoren, die den Eindruck, der mit der Bekleidung ausgelöst wird, beeinflussen. Hierzu zählen etwa Anlass, die Gesellschaftsschicht, in der bestimmte Kleidungsstile erwartet werden, die Branche, individuelle Beziehungen sowie die Kultur. Abhängig davon gibt es Kleidungsstücke, Farben, Muster und Stile, die ein “Must-have” sind oder die als “tabu” gelten.

So wird etwa von Bank- oder Versicherungsmitarbeitern erwartet, dass diese mit Anzug und Krawatte auftreten. Oder in bestimmten Kulturen herrschen wie in Indien zwischen Männern und Frauen noch immer strikte Konventionen, die weit über die Kleidung hinaus gehen. Dennoch gibt es auch in Deutschland noch den Dress-Code, der mehr als nur das Berufliche transportiert. Entsprechend häufig finden sich zu bestimmten Partys oder Veranstaltungen der gehobenen Schicht strikte Vorgaben, welche Kleiderordnung angemessen ist. Auch finden sich solche Vorgaben als Beispiel bei Spielbanken. Hier entscheiden ein Hemd und eine Krawatte schnell darüber, ob das Etablissement betreten werden darf oder nicht.

Entsprechend ist es richtig, dass Kleidung Eindruck macht und als offensichtlichster Teil der Gesamtperson häufig die Erwartung des Gegenübers beeinflusst. Dabei geht es nicht zwingend darum, Kleidung als Statussymbol zu nutzen. Allerdings zeichnen exklusive Kleidungsstücke und hochwertig verarbeitete Textilien ein völlig anders Bild als zerschlissene T-Shirts und abgenutztes Schuhwerk. Unter sozialökonomischen Aspekten ziehen letztere negative Aufmerksamkeit auf sich und entsprechend ist häufig das Verhalten des Gegenübers noch vor Gesprächsbeginn von negativen Assoziationen geprägt.

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