Gute Gründe für das Nacktschlafen

6. September 2020

Jeder dritte Erwachsene in den USA schläft laut einer Studie nackt. Durch eine Umfrage der Zeitschrift „Textilwirtschaft“ kam heraus, dass in Deutschland nur jeder Achte ohne Kleidung ins Bett geht. Das ist schade, denn für das Nacktschlafen gibt es gute Gründe.

Nacktschlafen: Kühl ist besser

Wer einschlafen will, braucht eine Körpertemperatur, die ein halbes Grad niedriger ist als die Temperatur im Wachzustand. Wer auf Nachthemd oder Pyjama verzichtet, kühlt schneller runter.

Die richtige Körpertemperatur ist wichtig für die Erholung beim Schlafen. Sie kann unter anderem die Wahrscheinlichkeit auf Gedächtniserkrankungen verringern. Aber auch das Risiko für Diabetes und Herzinfarkt wird durch mindestens sechs Stunden guten Schlaf ohne Kleidung verringert. Bei nackt schlafenden Frauen haben außerdem Scheidenpilze geringere Chancen.

Trotz allem sollten Hände und Füße immer warm bleiben, damit sich die Blutgefäße nicht zusammenziehen und der Körper aufgrund dessen weniger Wärme abgibt.

Frische Zellen, weniger Bauchfettnacktschlafen

Schlafkleidung sorgt oft dafür, dass der Mensch unbequemer schläft, als er es ohne Kleidung tun würde. Wie oft ist es uns schon passiert, dass im Schlaf das T-Shirt hoch rutscht oder die Hose nur noch auf halb Acht hängt? Nacktschläfer wälzen sich in der Regel weniger hin und her und produzieren dadurch weniger Cortisol – ein Stress-Hormon, das für Bauchfett sorgen kann. Wer nackt und damit kühler schläft, verbrennt also mehr Kalorien und wird schlank im Schlaf.

In einem dunklen Raum und einer Raumtemperatur unter 21 Grad produzieren Nacktschläfer mehr Melatonin, das für frische, neue Zellen sorgt.

Nacktschläfer: Glücklicher zu zweit

Zu guter Letzt führen Nacktschläfer auch oft glücklichere Beziehungen. Das kam zumindest bei einer britischen Befragung heraus. Demnach sagten mehr als die Hälfte der Nackschläfer, dass sie „extrem glücklich“ in ihrer Beziehung sind.

Lust auf Sex

Bei zwei nackten Menschen im Bett entsteht mehr Hautkontakt, wodurch das Kuschel- und Sex-Hormon Oxytocin ausgeschüttet wird, das bei der Paarbindung eine wichtige Rolle spielt. Das Hormon sorgt für einen glücklichen Geist und Körper und stärkt außerdem die Lust auf Sex.

Schlafen mit Schlafanzug

Warum schlafen aber in Deutschland trotz der guten Eigenschaften, die das Nackschlafen mit sich bringt, so viele Menschen mit einem Schlafanzug oder Pyjama? Schuld daran sollen italienische Aristokraten sein, die das Schlafen mit Kleidung im 16. Jahrhundert eingeführt haben.

Was spricht für die Schlafkleidung?

Im Tiefschlaf sinkt die Körpertemperatur zunehmend. Im Extremfall führt das zur Unterkühlung. Es gibt aber noch einen weiteren Grund, der für Schlafanzug und Co spricht. Der Mensch verliert in der Nacht beim Schlafen bis zu einem halben Liter Flüssigkeit, die ausgeschwitzt wird. Wenn ein Pyjama oder Schlafanzug getragen wird, nimmt die Kleidung einen Großteil des Schweißes auf, so dass Matratze, Bettwäsche und Bettlaken seltener gereinigt werden müssen.

Umfrage zum Thema Nacktschlafen

Wie bekleidet schläft Deutschland? Hat hüllenlose Bettruhe einen Einfluss auf die Schlafqualität und sind Nacktschläfer zufriedener als Pyjamaträger? Der Gesundheits- und Wellnessreiseveranstalter Fit Reisen hat 2021 gemeinsam mit Deutschlands Marktforschungsinstitut GfK untersucht, wie es um das (Nackt-)Schlafverhalten in der Bundesrepublik bestellt ist und wie sich die mehr oder weniger bekleidete Bettruhe auf die allgemeine Gesundheit auswirkt. Die Ergebnisse der repräsentativen Umfrage lauten:

So (nackt) schläft Deutschland

Ein ausreichender Schlaf ist lebenswichtig für Körper und Geist. Das Gehirn verarbeitet die Geschehnisse vom vergangenen Tag und der Stoffwechsel sowie die Abwehrkräfte sammeln neue Energie. Ob man sich eingemummelt im langen Pyjama, eher unkompliziert oben ohne oder doch ganz textilfrei bettet, ist divers, trägt aber laut Umfrageergebnis zum ganzheitlichen Wohlbefinden bei.

Die Mehrheit der Befragten gaben mit jeweils 27 Prozent an, am liebsten mit kurzer Ober- und Unterbekleidung beziehungsweise nur mit Shorts oder Slip ins Bett zu gehen. Interessant: Ganze 15 Prozent der Frauen bejahten demnach, topless, also nur mit Slip oder kurzer Schlafhose, in den Schönheitsschlaf zu finden. Nacktschläfer landen mit fast 10 Prozent im Mittelfeld – dabei sind Männer freizügiger als Frauen: In der Gesamtbefragung gaben rund 11 Prozent der Männer an, so wie Gott sie schuf ins Bett zu steigen, bei den Frauen sind es lediglich 8 Prozent. Das Schlusslicht der ganz bis gar nicht Schlafbekleideten bilden diejenigen, die ihre nächtliche Ruhe ausschließlich im langen Beinkleid oder mit kurzer Unter- sowie langer Oberbekleidung finden (jeweils 3 Prozent).

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Die Ergebnisse der Umfrage. Foto: Fitreisen/pr

Nacktschläfer haben mehr Spaß im Leben

Obwohl die deutschen Nacktschläfer im bundesweiten Nachtwäschevergleich lediglich den mittleren Rang für sich einnehmen, führen sie die Hitlist in Punkto Lebensqualität an.

Bei der Frage, welche Schulnote die Deutschen ihrer eigenen Schlafgesundheit geben würden, fällt das allgemeine Ergebnis überraschend positiv aus: Die Mehrheit (über 30 Prozent) gibt an, gut (Note 2) zu schlafen. 16 Prozent gaben ihrer nächtlichen Ruhe sogar die Bestnote 1 (sehr gut). Dabei ist der Anteil der Personen, die ihre Schlafqualität mit “sehr gut” bewertet haben, unter den Nacktschläfern mit 28 Prozent am höchsten, gefolgt von Schlafenden mit ausschließlich langer Unterbekleidung (19 Prozent) und kurzer Unterbekleidung (16 Prozent). Gar nichts bis weniger anzuhaben führt also laut der aktuellen Statistik grundsätzlich zu einer besseren Schlafqualität. Gründe dafür können beispielsweise geringeres schwitzen, ein heißeres Sexualleben oder die Ausschüttung des Bindungshormons Oxytozin sein, das die Bildung des Stresshormons Cortisol minimiert – Experten zu Folge wird Oxytozin dann aktiv, wenn sich Menschen Haut an Haut berühren. Zudem ist sogar eine körpereigene Verjüngungskur drin: Laut einer Studie der Stanford University schüttet man bei stofffreier Bettruhe vermehrt das Schlafhormon Melatonin aus. Dieses bekämpft freie Radikale, die die Gesundheit des Körpers angreifen, und fördert zusätzlich die Zellerneuerung.

Beim Thema Sex gaben über 30 Prozent aller Nacktschläfer an, ein sehr gutes Liebesleben zu haben. Keine andere Gruppe vergibt so häufig die Bestnote. Auf Platz 2 der „sehr gut“-Bewertungen, aber mit weitabgeschlagenen 21 Prozent, folgt die Oben-ohne-Schlafgruppe mit kurzer Unterbekleidung.

Auch beim Blick auf die allgemeine Selbstzufriedenheit haben Nacktschläfer die Nase vorn. Sie vergaben die beste Durchschnittsschulnote von 2,4. Mit rund 27 Prozent sind die hüllenlosen Zu-Bett-Geher auch die größte Gruppe mit „sehr gut“-Bewertungen, wenn es um die Zufriedenheit mit ihrem Leben geht – dies schafft keine andere Schlafbekleidungsgemeinschaft.

Ost- und Süddeutschland sind Nacktschlaf-Champions – mit einer Ausnahme

Nacktschläfer fühlen sich also nicht nur im Bett pudelwohl. Welche Faktoren sonst noch eine Rolle spielen könnten, verrät ein Blick auf ihre soziodemografische Lebensweise:

In diesen Regionen leben die meisten und die wenigsten Nacktschläfer

  • Platz 1: Mitte-Ost (Sachsen und Thüringen) mit 18 Prozent
  • Platz 2: Baden-Württemberg und Bayern mit 11 Prozent
  • Letzter Platz: Berlin mit 4 Prozent

In Sachsen und Thüringen gibt es, was den prozentualen Anteil betrifft, die meisten Nacktschläfer. Fast jeder fünfte schläft dort nackt, gefolgt von Baden-Württemberg und Bayern. Das sonst so freizügige Berlin überrascht mit dem letzten Platz auf der Nacktschläfer-Skala mit mageren 4 Prozent.

In diesem Alter schlafen die meisten nackig – oder auch nicht

  • Platz 1: 70 bis 74 Jahre mit 13 Prozent
  • Platz 2: 50 bis 59 und 60 bis 69 Jahre mit 12 Prozent
  • Letzter Platz: 18 bis 29 Jahre mit 5 Prozent

Beim Thema „Alter“ bewegen sich die meisten Nacktschläfer zwischen 70 und 74 Jahren (13 Prozent), dicht gefolgt von den Altersgruppen 50 bis 59 und 60 bis 69 (jeweils 12 Prozent) – stimmt hier also das Sprichwort „je oller, desto doller“? Scheint so, denn im Gegensatz zu den Best Agern halten sich junge Erwachsene in der Altersgruppe 18 bis 29 Jahre eher zurück. Lediglich 5 Prozent gaben an, unbekleidet das Bett aufzusuchen.

In diesen Berufen gibt es die meisten Nacktschläfer 

  • Platz 1: Selbstständige/Freiberufler/Landwirte mit 21 Prozent
  • Platz 2: Arbeiter mit 12 Prozent
  • Letzter Platz: Beamte und Angestellte mit jeweils 8 Prozent

An der Spitze mit 21 Prozent finden sich Selbstständige, Freiberufler und Landwirte, dagegen halten mit jeweils 8 Prozent auf dem letzten Platz Beamte und Angestellte – sind freischaffende Künstler also hemmungsloser als Staatsdiener?

Haushaltsgrößen, in denen die meisten Nacktschläfer zu finden sind

  • Platz 1: Ein-Person-Haushalt mit 13 Prozent
  • Platz 2: Zwei-Personen-Haushalt mit 11 Prozent
  • Letzter Platz: Vier-Personen-Haushalt und mehr mit 6 Prozent

Bei der Haushaltsgröße geben Singles mit 13 Prozent am häufigsten an hüllenlos einzuschlafen. Ab einer Haushaltsgröße von 4 Personen schläft es sich am meisten zugeknöpft.

Allgemeine Schlafqualität: So ruht Deutschland

Von allen Nachttextilgruppen bewerten Nackedeis ihre Schlafqualität am besten, doch mit welchen Schulnoten von 1 („sehr gut“) bis 6 (“ungenügend“) bewerten die Deutschen im Allgemeinen ihre Schlafzufriedenheit und wo und wer sind die Gewinner?

 In diesen Regionen schläft es sich am besten und am schlechtesten

  • Platz 1: Baden-Württemberg sowie im Nord-Osten (Mecklenburg-Vorpommern, Brandenburg und Sachsen-Anhalt) mit 2,6 (durchschnittliche Note)
  • Platz 2: Mitte-West (Hessen, Rheinland-Pfalz, Saarland) und Nordrhein-Westfalen mit 2,7 (durchschnittliche Note)
  • Letzter Platz: Mitte-Osten (Sachsen, Thüringen), Nord-Westen (Schleswig-Holstein, Hamburg, Bremen und Niedersachsen) sowie Berlin mit 3 (durchschnittliche Note)

Am besten schläft man in Baden-Württemberg und der Region Nord-Ost, dicht gefolgt vom mittleren Westdeutschland und Nordrhein-Westfalen.

Frauen versus Männer

  • Platz 1: Männer mit 2,7 (durchschnittliche Note)
  • Platz 2: Frauen mit 2,9 (durchschnittliche Note)

Männer schlafen im Durschnitt besser als Frauen.

Schlafqualität nach Beruf

  • Platz 1: Beamte mit 2,2 (durchschnittliche Note)
  • Platz 2: Selbstständige/Freiberufler/Landwirte mit 2,6 (durchschnittliche Note)
  • Letzter Platz: Berufslose mit 2,9 (durchschnittliche Note)

Am besten bewerten Beamte ihre Schlafqualität, obwohl sie nicht nackt schlafen. Am schlechtesten schlafen erwartungsgemäß Berufslose, die ihre Sorgen über Zukunft und Finanzen nicht vor dem zu Bett gehen ausziehen können wie ihre Kleidung.

Haushaltsgrößen mit der entspanntesten und unentspanntesten Nachtruhe

  • Platz 1: Zwei- und Drei-Personen-Haushalt mit 2,7 (durchschnittliche Note)
  • Platz 2: Vier-Personen-Haushalt und mehr mit 2,8 (durchschnittliche Note)
  • Letzter Platz: Ein-Person-Haushalt  mit 3 (durchschnittliche Note)
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