Gute Gründe für das Nacktschlafen

6. September 2015

Jeder dritte Erwachsene in den USA schläft laut einer Studie nackt. Durch eine Umfrage der Zeitschrift „Textilwirtschaft“ kam heraus, dass in Deutschland nur jeder Achte ohne Kleidung ins Bett geht. Das ist schade, denn für das Nacktschlafen gibt es gute Gründe.

Kühl ist besser

Wer einschlafen will, braucht eine Körpertemperatur, die ein halbes Grad niedriger ist als die Temperatur im Wachzustand. Wer auf Nachthemd oder Pyjama verzichtet, kühlt schneller runter.

Die richtige Körpertemperatur ist wichtig für die Erholung beim Schlafen. Sie kann unter anderem die Wahrscheinlichkeit auf Gedächtniserkrankungen verringern. Aber auch das Risiko für Diabetes und Herzinfarkt wird durch mindestens sechs Stunden guten Schlaf ohne Kleidung verringert. Bei nackt schlafenden Frauen haben außerdem Scheidenpilze geringere Chancen.

Trotz allem sollten Hände und Füße immer warm bleiben, damit sich die Blutgefäße nicht zusammenziehen und der Körper aufgrund dessen weniger Wärme abgibt.

Frische Zellen, weniger Bauchfett

Schlafkleidung sorgt oft dafür, dass der Mensch unbequemer schläft, als er es ohne Kleidung tun würde. Wie oft ist es uns schon passiert, dass im Schlaf das T-Shirt hoch rutscht oder die Hose nur noch auf halb Acht hängt? Nacktschläfer wälzen sich in der Regel weniger hin und her und produzieren dadurch weniger Cortisol – ein Stress-Hormon, das für Bauchfett sorgen kann. Wer nackt und damit kühler schläft, verbrennt also mehr Kalorien und wird schlank im Schlaf.

In einem dunklen Raum und einer Raumtemperatur unter 21 Grad produzieren Nacktschläfer mehr Melatonin, das für frische, neue Zellen sorgt.

Glücklicher zu zweit

Zu guter Letzt führen Nacktschläfer auch oft glücklichere Beziehungen. Das kam zumindest bei einer britischen Befragung heraus. Demnach sagten mehr als die Hälfte der Nackschläfer, dass sie „extrem glücklich“ in ihrer Beziehung sind.

Lust auf Sex

Bei zwei nackten Menschen im Bett entsteht mehr Hautkontakt, wodurch das Kuschel- und Sex-Hormon Oxytocin ausgeschüttet wird, das bei der Paarbindung eine wichtige Rolle spielt. Das Hormon sorgt für einen glücklichen Geist und Körper und stärkt außerdem die Lust auf Sex.

Schlafen mit Schlafanzug

Warum schlafen aber in Deutschland trotz der guten Eigenschaften, die das Nackschlafen mit sich bringt, so viele Menschen mit einem Schlafanzug oder Pyjama? Schuld daran sollen italienische Aristokraten sein, die das Schlafen mit Kleidung im 16. Jahrhundert eingeführt haben.

Was spricht für die Schlafkleidung?

Im Tiefschlaf sinkt die Körpertemperatur zunehmend. Im Extremfall führt das zur Unterkühlung. Es gibt aber noch einen weiteren Grund, der für Schlafanzug und Co spricht. Der Mensch verliert in der Nacht beim Schlafen bis zu einen halben Liter Flüssigkeit, die ausgeschwitzt wird. Wenn ein Pyjama oder Schlafanzug getragen wird, nimmt die Kleidung einen Großteil des Schweißes auf, so dass Matratze, Bettwäsche und Bettlaken seltener gereinigt werden müssen.