Freiliegende Zahnhälse: Was tun wenn Kälte an den Zähnen weh tut

23. August 2017

Schon mal erlebt? Sie freuen sich auf einen Spaziergang durch den verschneiten Wald, und dann schmerzt jeder Atemzug an den Zähnen. Und man isst ein Eis, es kommt an die Zähne, und man zuckt zusammen vor Schmerzen. Kältereize und Zahnschmerzen, wie gehört das zusammen? Ein Zeichen für freiliegende Zahnhälse?

So verderben freiliegende Zahnhälse den Genuss

Zähne sind im gesunden Zustand mit einer harten Schicht, dem  Zahnschmelz, überzogen und dadurch werden sie unempfindlich. Die Oberfläche des Zahnhalses besteht aus weicherem, knochenähnlichem Dentin, auch Zahnbein genannten. Dentin ist von kleinsten Kanälchen durchzogen, die sehr empfindlich auf äußere Reize wie, Kälte, Hitze oder Saures reagieren. Normalerweise ist der Zahnhals durch das Zahnfleisch geschützt. Liegt der Zahnhals aber frei, kann es zu einer Übersensibilisierung kommen. Der Reiz prallt direkt auf den Zahnhals und wird durch die Kanälchen unmittelbar ins Zahninnere, der Pulpa, an den Nerv weitergeleitet. Der Schmerz ist da. 

Viel geputzt ist nicht gut geputzt

Es kann jeden treffen. Aber besonders anällig sind Menschen nach einer kieferorthopädischen Behandlung, Menschen mit einer Erkrankung des Zahnhalteapparates oder einer Parodontitis.

Doch die häufigste Ursache für den Rückgang des Zahnfleisches ist eine falsche Zahnputztechnik. Das Putzen mit zu viel Druck und einer zu harten Zahnbürste führt zum Abrieb des Zahnschmelzes und dem „Verdrängen“ des Zahnfleisches. Der Zahnhals liegt frei und ungeschützt. Es können sich Bakterien ansiedeln und zu einer Entzündung des Zahnfleisches führen. Die so genannte Gingvitis ist dann häufig die Vorstufe für die bakteriell verursachte Auflösung des Knochens, der Parodontitis. Mit dem Knochenschwund geht das Zahnfleisch weiter zurück. Ein schleichender Prozess, dem man aber wirksam entgegen wirken kann.

Was bei freiliegenden Zahnhälsen hilft

Zähneputzen kann doch jeder. Leider nicht. Dr. Uwe Hildebrand, Zahnarzt in der Zahnarztpraxis Oppspring, erklärt: „Die richtige Zahnputztechnik sollte man sich vom Zahnarzt zeigen lassen. Er kann auch genau sagen, welche Zahnbürste und Zahnpasta am besten passt.“

Besteht schon eine Hypersensibilität helfen als erste Maßnahme spezielle Zahnpasten und Spülungen. Man kann aber auch die Zahnhälse mit einem Fluorid-Lack versiegeln. Um Entzüdungen und Zahnfleischrückgang vorzubeugen, empfehlen sich die Kontrolle beim Zahnarzt.