Erste CD der kubanischen Reguetoneros Leandro und Yasmani: Los Señores de la Moda

26. Juli 2013

Schon wird am letzten Schliff der ersten Scheibe der Reguetoneros aus Santiago de Cuba, Leandro und Yasmani,  als Señores de la Moda bekannt, Hand angelegt. Die Platte enthält mehr als 10 Titel dieses populären Rhythmus aus Jamaika-Reggae und nordamerikanischem Rap der 90er Jahre, der sich in  der Karibik hauptsächlich durch die einheimische Gruppe Vico C. zur heutigen Popularität entwickelte.

Auf der CD mit dem Titel Virus de Moda fallen besonders Stücke auf wie Si mañana no estás, El Sandungón y Bebe, eine Aufnahme des DJ Toky aus dem Ostquartier, aber auch Eigenproduktionen von Leandro und Yasmani wie Mucho Bury, Pa’que tu veas, Pau Pau und El Momento .

Obwohl man von einem bestimmten literarischen und rhythmischen Wert der erstgenannten  Interpretationen des DJ Toky sprechen darf,  so wiederholen sich aber einige Male Formulierungen, welche  die anderen Reguetoneros aus Santiago  in   eine Schematisierung einordnen und auf eine Abschwächung ihrer Kreativität sowie ein Abstumpfen der Originalität hinweisen. Diese leben aber auffallend  bei den Señores de la Moda in ihren hervorragenden Interpretationsfähigkeiten und hissen die beiden jungen Künstler wohl auf die Höhen eines der besten Paare des Landes.

Der Reguetón ist tatsächlich eine Musikart höchster Popularität in Kuba und erlaubt uns zu versichern, dass Kinder, Jugendliche, Erwachsene und Betagte ihn tanzen um des Rhythmus willen und des melodischen Verschmelzens mit den Schlagzeugern. Auch ist er nicht selten die Wurzel weiterer Musikstile wie la conga, el son, la guaracha und bis zum danzón hin. Doch herrschen oft die Geschmacklosigkeit und die Vulgarität vor, was weit weg von Bildung und Kultur der kubanischen Bevölkerung geführt hat. Deren kultivierte Allgemeinbildung, übrigens gratis allen verfügbar, lebt greifbar in allen Schichten Kubas.

Sich um die Musik kümmern heißt der lobenswerte Vorsatz dieser beiden 18-jährigen Jugendlichen, beide ausgebildete Informatiker an der Universidad de Oriente und auch in einem jungen Computerclub tätig,  jedoch mit einer klaren Vorliebe zur Musik und von einem ausgesprochenen Sinn zum Perfektionismus beseelt.

Hoffen wir, dass sie sich in ihrem Kunstschaffen von den höchsten Werten der kubanischen Musik ernähren, ihre Texte laufend verbessern und sich konsequent von Vulgarität und Geschmacklosigkeit fernhalten. Mögen sie mit den vorhandenen Gaben die Gipfel dieser hier so populären Musik erreichen. Sie verbreitet sich in mehr und mehr Länder und selbst in Europa beginnt sie in der einen oder andern Form Gefallen zu finden.

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