Die beliebtesten Osterbräuche der Welt

17. April 2014

In wenigen Wochen wird nicht nur in Deutschland das Osterfest gefeiert. Auch in anderen, christlich geprägten Nationen der Welt gedenkt man der Osterfeiertage mit speziellen Bräuchen. Während hierzulande Eier färben, Osternest suchen oder ein ausgedehntes Familienosterfrühstück zu beliebten Traditionen gehört, haben andere Länder ihre ganz eigenen Gepflogenheiten.

Fliegende Glocken in Frankreich

Die Kirchglocken läuten nicht. Den Kindern wird erzählt, dass die Glocken nach Rom reisen, um sich vom Papst den neuen Segen zu holen. Am Sonntag fliegen sie beladen mit Süßigkeiten nach Frankreich zurück und verlieren dabei einige, die die Kinder suchen und aufsammeln dürfen. Die Glocken erklingen dann am Sonntag nicht nur feierlich, sondern sind auch ein wichtiges Symbol für die Franzosen zu Ostern. Viele Pariser Chocolatiers zum Beispiel kreieren in aufwändiger Handarbeit große Osterglocken mit Flügeln. Doch nicht nur Süßes, auch Deftiges lassen sich die Franzosen zu Ostern schmecken: In vielen Familien kommt „Gigot d’agneau“, eine speziell zubereitete Lammkeule, auf den Tisch.

Weidenkätzchen bringen Glück in Großbritannien

In Großbritannien berührt man sich zu Ostern gegenseitig mit selbstgesammelten Weidenkätzchen, um sich Glück für das nächste Jahr zu wünschen. Besonders beliebt bei den Kindern ist die Tradition „Egg-shackling“. Der eigene Name wird auf ein rohes Ei geschrieben und dieses mit den Eiern weiterer Teilnehmer in einen Sieb gelegt. Dann wird das Sieb so lange gerüttelt, bis nur noch ein Ei ganz ist. Dem Besitzer dieses Eis soll im kommenden Jahr besonders viel Glück und Erfolg zuteilwerden. Kulinarisch genießen die Briten am Karfreitag ihre „cross buns“, das sind gewürzte Hefebrötchen, oftmals mit Rosinen und mit einem eingeritzten Kreuz.

Rollende Eier in den USA

Die Amerikaner lieben große und bunte Paraden. Ostern ist ein Anlass für viele Städte, einen Festzug mit Wagen, Musik und verkleideten Menschen durch die Innenstadt ziehen zu lassen. Teilnehmer und Zuschauer tragen dann oft fantasievolle Osterhüte. Die größte Parade findet in New York statt. Das Weiße Haus lädt außerdem Kinder zum „Easter Egg Roll” ein, die mit einem Stock Eier um die Wetter rollen dürfen und Süßigkeiten geschenkt bekommen. Traditionell verschenkt der Präsident zum Abschluss signierte Ostereier aus Holz. Das Eier rollen geht auf einen britischen Brauch zurück und wird sowohl in Großbritannien als auch in den USA noch in vielen Familien praktiziert. Er soll an den weggerollten Stein vor Jesus’ Grab erinnern.

Riesengroße gefüllte Schokoladeneier in Brasilien

Die Brasilianer feiern Ostern gemeinschaftlich mit vielen Prozessionen, Passionsfesten unter freiem Himmel und Grillfeiern. Eine besondere Überraschung erwartet viele Kinder: Sie hoffen auf eines der handgefertigten großen Schokoladeneier, die mit Spielsachen gefüllt sind, und überall an den Decken der Supermärkte hängen. Da Schokolade ein teures Luxusgut in Brasilien ist, lassen sich die Kinder die Süßigkeit ganz bewusst schmecken. Als beliebte Hauptspeise zu Ostern gilt außerdem „Bacalhau“, eine Art Stockfisch.

Aufwändige Prozessionen in Spanien

Die Spanier schwärmen von ihrer „Semana Santa“, übersetzt die „Heilige Woche“, zu Ostern. Man kann in diesen Tagen zahlreiche Prozessionszüge erleben, bei denen Heiligenfiguren oder so genannte „Pasos“, das sind tischförmige Konstruktionen, auf denen Szenen von Jesus‘ Kreuzweges abgebildet sind, durch Städte und Dörfer getragen werden. Vielerorts werden die Züge von Bruderschaften durchgeführt, die sich noch traditionell mit Masken und Kutten vermummen. Als nationale Spezialität gilt die „Mona de Pascua“, ein süßes Hefegebäck mit hart gekochten Eiern in der Mitte, die sich die Familienmitglieder gegenseitig an der Stirn aufschlagen.

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