Der Kirchenrat Kubas verkündet ……

16. November 2016

Von Marco Antonio Martínez Cabrerizo

Der ehrwürdige Joel Ortega Dopico, Präsident des Kirchenrates in Kuba, dessen Sitz sich im Bezirk Miramar in Havanna befindet, veröffentlichte im Namen der ihm unterstellten Institution folgende Mitteilung aus der Tageszeitung Granma, dem offiziellen Organ der Kommunistischen Partei Kubas und zitierte  im ganzen Wortlaut und eindrücklich eine erneute Aktion in den U.S.A.  die sich gegen die Bewohner Kubas richtet :

Der Rat der Kirchen Kubas (RKK), leitende Institution der oekumenisch-christlichen Bewegung von 52 Kirchen und christlichen Institutionen (protestantisch, reformiert, evangelisch, pfingstlerisch, bischöflich und ortodox, sowie andere oekumenische Institutionen wie Studien- und Informationszentren, Informationsdienststellen und theologische Seminare oder angeschlossene Mitglieder der hebräischen Gemeinde Kubas (Juden), die Asociación de Autorealización Yoga de Cuba und aktive Teilnehmer der interreligiösen Platform Kubas, welche sämtliche in Kuba etablierten Religionen vereinigt und seit ihrer Gründung die Einheit zum Dienst für Land und Nation verkünden und Liebe, Gerechtigkeit und Frieden unter den Völkern suchen, was klar dem Evangelium und dem Reich Gottes unter uns entspricht.)

Im Laufe der letzten 25 Jahre haben wir auf das Ziel hingearbeitet, unserem Volk und der Nation zu dienen in der Einheit und in der Liebe, der Gerechtigkeit und dem Frieden unter allen Völkern und Nationen. Wir haben brüderliche Beziehungen entwickelt und solidarisch gearbeitet mit der interreligiösen Organisation (gemeint sind Pastores por la Paz oder IFCO = Interreligious Foundation for Community, insbesondere unter der Leitung des verstorbenen Rev. Lucius Walker.  Darum lesen wir mit Besorgnis die Pressemitteilung des IFCO vom23. August 2016 worin es heisst: „….IFCO wurde informiert, dass ihr Status als steuerbefreite  ONG widerrufen werde und dadurch die humanitäre Unterstützuung Kubas beendet werden  könne. IFCO betrachtet dies als eine Übertretung des Handelsgesetzes, wie diese  vom amerikanischen Schatzamt gegenüber den von ihnen als „Feinde“ bezeichneten Organisationen  gehandhabt wird. Das würde klar bedeuten, dass die von IFCO ausgeübten Aktionen zugunsten der Mitglieder des RKK ausfallen würden.

Unsere Arbeitserfahrung mit IFCO hat uns hingegen  gelehrt, dass ihre soziale Einstellung und Zielsetzung nicht ausschliesslich auf Kuba gerichtet sind, sondern auch ins Innere der U.S.A. was die Förderung von gerechten Angelegenheiten, erzieherische Entwicklungen auf industriellen Gebieten, die Gefängnisse, eine gerechte Reform der Migration sowie die Sensibilisierung für Umweltschutz und das wichtige,  gesunde Ernährungsbewusstsein neben vielfach  anderem betrifft. Ausserhalb der U.S.A. richtet sich die Tätigkeit der IFCO auf Regionen wie Palästina, Zentralamerika und die Karibik, wo Kuba dazugehört, mit der Absicht zu helfen und die Auswirkungen der negativen Auslandpolitik der U.S.A. zu mildern oder zu verhindern. Im Falle von Kuba, wo die U.S.A. seit mehr als 50 Jahren eine Politik des Scheiterns (Ausdruck ihres eigenen Präsidenten Barack Obama) entwickelten und die sich im Moment erneut zeigt. Die Information des Schatzamtes an IFCO kommt einer Sturmwolke gleich, die sich über dem Haupte eines der aktivsten Protagonisten der amerikanischen Regierungsszene zu einem entspannten Klima des Verständnisses zwischen U.S.A. und Kuba zusammenbraut.

Die Güterkarawanen von IFCO mit Spenden seit 1992 dienten in Kuba der Volksgesundheit dank  Medikamenten und medizinischen Einrichtungen, der Erziehung von Kindern und Jugendlichen, mit Lernmaterial, den christlichen Gemeinden, ihren Seelsorgern und deren Missionsprogrammen durch Transportmitte , um nur die meist bekannten zu  nenne. Es geht jedoch um mehr als die Gaben von IFCO, die lediglich die sichtbare Seite, einen äusserlichen Aspekt darstellen. Nein das Wirken von IFCO  verkörpert für die Kubaner das Edle, die Solidarität, Freundschaft, die Brüderlichkeit und das Menschliche des U.S.-amerikanischen Volkes den „auch Menschen“ Kubas gegenüber. Nur ein kleiner Teil unter ihnen betrachtet Kuba als Feind und dieser kleine Teil, welcher die Zukunft und deren positive Entwicklung zu verhindern sucht, scheint sich auf das Sekretariat des Schatzamtes zu konzentrieren, indem dieses weiter das Handelsgesetz „gegen den Feind“ anwendet trotz dem  Aufruf des Präsidenten Barack Obama an den Kongress, die Handelsblockade gegen Kuba zu beenden.

Dass darauf der Staatssekretär John Kerry in Havanna anlässlich der Wiedereröffnung der U.S.-Botschaft zur Wiederherstellung der gegenseitig diplomatischen Beziehungen sagte,  wir seien ja schon „Freunde“ wurde komplett überhört. Oder sind wir  eine neuartige Spezie von Freund-Feinden? Mit dieser Druck-Aktion auf IFCO versucht das Schatzamt möglicherweise absichtlich die Solidarität zwischen unseren beiden Völkern zu untergraben damit das amerikanische Volk ihre Solidaritätsprinzipien mit  Kuba aufgeben sollte und um die kubanischen Revolutionsprinzipien zu unterminieren  was nie möglich werden kann.  Was hingegen nicht beachtet wird ist, dass wenn’s so wäre, würden die Amerikaner gleichzeitig in IFCO einen ihrer wichtigsten Aktionspartner der öffentlichen USA -Diplomatie hinsichtlich Kuba verlieren.

Der Kirchenrat Kubas und IFCO mit uns Kubanern bilden wichtige Teile aller Parteien, die zum Prozess der Normalisierung der gegenseitigen Beziehungen unserer Völker und Regierungen aufbauend beigetragen haben. Wir sind aber nicht über die Titelseiten der Weltpresse gegangen um Erneuerungspolitiken zu wecken. Wir sind lediglich diskrete Ablösungsagenten für das beste und ehrliche Einvernehmen auf der Ebene der Basis und deren zwischenmenschlichen Beziehungen. In diesem Sinne und besonders in Kuba hat die Bevölkerung diesen Prozess der Wiederherstellung mit unserem Austausch von Volk zu Volk, von Kirche zu Kirche, mit Brüderlichkeit Solidarität demonstriert, und bewiesen, dass eine Normalität wie wir sie suchen doch möglich ist, ja  dass selbst die U.S.A.-Regierung erkennen sollte, dass nur ein echter  Beitrag es möglich macht  denn Brüderlichkeit und Solidarität bauen sich nur über die gegenseitige Achtung, Ehrlichkeit und Anerkennung der positiven Qualitäten des Partners dauerhaft solid auf. Dies ohne schnödes Kalkül.

Es liegt an der Zeit, Ungerechtigkeiten zu reparieren und vor allem keine neuen zu begehen. Die Aktionen des Schatzamtes, falls es seine Absichten erreichte, wären ein Angriff gegen die interne Solidarität in den U.S.A. nicht nur gegen IFCO. Es geht doch wieder um eine  politische Absicht, boshaft, hinter administrativen Argumenten zu agieren.

Die kubanischen Kirchen, die christlich-oekumenische Bewegung Kubas hat IFCO so nötig wie die U.S.A. diese nötig haben! Es lebe der Glaube, der Friede, die Hoffnung und die Einheit unter Völkern und Nationen, wir können dies nicht genug wiederholen! Wir möchten nicht unterlassen anzufügen, dass IFCO der Vereinigten Staaten während Jahren wichtige Spenden für Altenasyle, Spitäler, Erziehungsinstitutionen, für die allgemeine Bevölkerung und an zahlreiche Kirchen Kubas schenkte um in der einen oder andern Form die Konsequenzen der harten Handelsblockade der US-Regierung gegen die Bevölkerung Kubas zu kompensieren und dies für alle ohne Rücksicht auf Religion, Alter oder Rasse.
Tausende dankbarer Kubaner sind und bleiben sich dessen bewusst. Gott vergelte es IFCO !

 

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