Das kubanische Institut für Kunst und Filmindustrie (Instituto Cubano de Arte e Industria Cinematográfico ICAIC) trauert um einen seiner Vizepräsidenten

18. August 2014

Vor ein paar Tagen verschied in Havanna Pablo Pacheco López , ein unermüdlicher Intellektueller Kubas der bis heute als Vicepräsident der im Titel genannten Institution amtete.
Der Beginn seiner Tätigkeit in der Welt der Kunst geht auf das Jahr 1969 zurück als er ins kubanische Institut des Buches als Mitglied der Geschichtsforschung eintrat. 1970 war er Direktor des Umweltverlags und wurde dann zum stellvertretenden Direktor des Verlags für Volk und Erziehung ernannt. Sieben Jahre später gründete er den Verlag für kubanische Literatur. Im Jahre 1989 wurde er Präsident des kubanischen Instituts des Buches, ein Posten an welchem er bis 1995 wirkte bevor er zum Leiter des Zentrums für Forschung und Entwicklung der Kultur Kubas Juan Marinello berufen wurde.

Für seine bemerkenswerten Resultate im Verlauf seiner Karriere als Leiter von prestigeträchtigen Institutionen der Literatur des Landes und Verleger von zehntausenden literarischen Werken wurde er 2005 mit dem Preis des Nationalen Verlegers ausgezeichnet und gleichen Jahres durch die Leitung der ICAIC zum Vicepräsident dieses Organismus berufen.

Seit Beginn dieses Auftrags nahm er die Aufgabe wahr, das Filmerbe des Inselstaates zu erhalten, welches unter verschiedenen Aspekten, inklusive desjenigen der Krise der 90-er Jahre, in Gefahr zu verschwinden stand und Pacheco wusste, dass sich darunter Material wie Aufzeichnungen der ICAIC ganz Lateinamerikas befanden, welche der Nachwelt erhalten werden sollten. Deshalb wurden auch Verträge mit der Vereinigung von Andalusien und dem Institut National de l’Audiovisuel de France unterzeichnet, was die Rettung besagten Materials ermöglichte.

Durch Presseerklärungen drückte der Direktor des ICAIC, Roberto Smith de Castro aus, dass dank dem Eingreifen von Pablo Pacheco das Filmmagazin Cubas seine Qualität zu Beginn seines Bestehens wiedererlangte, zudem entstand der „Verlag des kubanischen Filminstituts“ was vorher niemals gelungen war und weshalb es heute die Sammlung der Literatur des kubanischen Kinos gibt und dessen Verlagssiegel trägt.

Neben seinen beruflichen Pflichten nahm er sich der Leitung der Videoteca Contracorriente an und schuf eine Sammlung von verfilmten Interviews mit herausragenden Persönlichkeiten der kubanischen Kultur durch andere Persönlichkeiten. So entstanden mehr als 200 Kapitel die laut den Kommentaren zahlreicher Intellektueller ein Zeugnis des kubanischen Gedankenguts ablegen.

Es besteht kein Zweifel, dass Pablo Pacheco seine Spuren im literarischen und Filmpanorama hinterlässt. Intellektuelle wie dieser machen es möglich, dass kleine Länder wie Kuba sich auf internationaler Ebene kennen. Sein Werk wird für die Nachwelt überdauern und bestimmt werden neue Generationen sich inspiriert fühlen in seine Fussstapfen zu treten.