BDSM-Praktiken: Das Spiel mit der Dominanz

5. Februar 2015
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Viele Frauen, aber auch Männer, träumen insgeheim davon, sich zu unterwerfen und dem Partner die Führung zu überlassen. 

Wie sieht er aus, der „dunkle“ Weg?  

In der Romanvorlage „Shades of Grey“ beschreibt Christian Grey Ana seine sexuellen Neigungen als seine dunkle Seite. Sie reagiert ängstlich und fasziniert zugleich, letztlich überwiegt aber die Neugier zu erfahren, was BDSM in der Praxis bedeutet. Und das ist gar nicht so einfach zu sagen: Die Abkürzung steht für Bondage & Discipline, Dominance & Submission, Sadism & Masochism und meint vielschichtige sexuelle Neigungen, bestehend aus Dominanz, spielerischer Bestrafung sowie Lustschmerz und Fesselspielen. Ein Machtgefälle zwischen Sexualpartnern, welches jedoch vom Grundsatz des gegenseitigen Einvernehmens geprägt ist. Nicht umsonst lautet das oberste Gebot der Szene SSC, safe, sane, consensual, also sicher, gesund und einvernehmlich. Um dem gerecht zu werden, vereinbaren viele BDSMler ein sogenanntes Safeword oder ein entsprechendes Zeichen. Ist einer Partei dasSpiel oder die Session zu viel, kann dem Abenteuer damit ein Ende gesetzt werden. Ein Slowword hingegen verringert die Intensität. Übrigens: Der umgangssprachlich gängige Begriff Sadomaso wird innerhalb der Szene als abwertend empfunden. Dort spricht man von BDSM oder von Sadomasochismus.        

Christians Greys Passion: gelebte Dominanz

In einer BDSM-Konstellation findet die Unterscheidung zwischen Top/Dom, dem dominanten Part, und Sub(missive)/Bottom, dem beherrschten Part wie beispielsweise Ana in der Romanvorlage, statt. Diese Rollenverteilung entspricht dabei nicht zwangsläufig dem eigenen Charakter oder dem alltäglichen Verhalten. Manche BDSMler switchen sogar zwischen diesen Rollen. Die Domina hingegen bezeichnet eine auf SM-Dienstleistungen spezialisierte Prostituierte. Sie geht auf die speziellen Vorlieben und Neigungen ihrer Kunden ein: Dazu zählen Fesselkünste in Form von Bondage genauso wie eine von Christians Vorlieben: das Spanking. Dabei bestraft oder „beglückt“ er seine Sub mit der Hand, jedoch gibt es auch genug weitere Hilfsmittel zum Schlagen wie beispielsweise Gerten, Peitschen und Flogger. Ob die Session dabei in einem Folterkeller, SM-Studio, SM-Appartment oder im eigenen Bett stattfindet, bleibt dem individuellen Geschmack überlassen. „Durch ‘Shades of Grey‘ ist BDSM aus der Ecke der Perversion herausgetreten. Wir beobachten seit dem Hype um das Buch und den Film ein steigendes Interesse in den einschlägigen Foren“, berichtet Christian Schumann, Pressesprecher von JOYclub. „Wichtig ist jedoch zu wissen, dass es das eine BDSM genauso wenig gibt wie die perfekte Stellung im Bett. Erlaubt ist, was Spaß macht und alle Beteiligten erregt.“ 

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