Auf ein Bier nach Reykjavik

26. Januar 2012

: Gute Gründe für ein kühles Blondes finden sich hierzulande fast immer, und auch die Bewohner der am nördlichsten gelegenen Hauptstadt der Welt wissen den goldenen Gerstensaft sehr zu schätzen – besonders weil ihnen der Biergenuss über viele Jahrzehnte vergönnt war. Nach 74 langen Jahren des Bierverbots, das die Bevölkerung vor Sittenlosigkeit bewahren sollte, feiern die Einwohner der Hauptstadt Reykjavik nun jedes Jahr den Tag des Bieres. Seit dem 1. März 1989 fließt der leckere Gerstensaft wieder auf legalem Wege, und das wissen die Menschen in Reykjavik gebührend zu feiern. Restaurants, Pubs und Clubs sind voll mit trinkwilligen Nordlichtern, die die Nacht zum Tag machen.

Doch nicht nur an „Bjórdagurinn“ – dem Tag des Bieres – fließt das Bier in rauen Mengen: Mittlerweile hat sich das kühle Blonde zum beliebtesten alkoholischen Getränk der Nation entwickelt und ist eine gern gesehene Begleitung durch heiße Partynächte. Die beiden beliebtesten Marken sind Viking und Thule. Das eigentliche Nationalgetränk, das wahre Wikinger warm hält, ist jedoch „Brennivín“ – ein fast 40-prozentiger Schnaps aus fermentierter Kartoffel mit Kümmelaroma. Im Gegensatz zum Bier, das deutlich weniger Alkohol enthält, ist der Genuss des isländischen Branntweins nach Eintreten des Alkoholverbots 1915 bereits seit 1934 wieder legal. Den Totenkopfzeichen, die während der Zeit des Alkoholverbots alle Spirituosen zierten, verdankt der „Brennivín“ noch heute seinen unschuldigen Beinamen „Schwarzer Tod“.

Katharina Guderian, Reiseexpertin von Cheapflug, zur Destination Island: „Reykjavik ist zu jeder Jahreszeit ein einmaliges Erlebnis, doch besonders während der Wintermonate zeigt sich der besondere Charme der Stadt, die so sehr im Einklang mit der atemberaubenden Natur ist. Schnee, Kälte und wenig Sonnenlicht hüllen Reykjavik in ein mystisches Gewand, während die bunten Häuser und deren aufgeschlossene Bewohner einen starken Kontrast bilden. In diesem Sinne erscheint die Insel mitsamt ihrer Hauptstadt wie die „kühle Blonde“ Europas.“

Wer beim Party-Hopping durch die isländische Hauptstadt um Mitternacht einen Blick gen Himmel wirft, bekommt mit etwas Glück noch ein einmaliges Naturschauspiel zu sehen: In den kalten Wintermonaten können bei klarem Himmel Polarlichter beobachtet werden. Diese Leuchterscheinungen, in der Fachsprache auch „aurora borealis“ genannt, kommen meistens nur in den Polarregionen am Nord- und Südpol vor und sind ein spektakuläres Erlebnis.

Übrigens gehören die Isländer zu den glücklichsten Menschen der Welt. Das hat kürzlich eine internationale Umfrage des Capacent Gallup Institut ergeben. Während anderswo auf der Welt durchschnittlich nur knapp die Hälfte der Menschen mit ihrem Leben zufrieden ist, gaben Dreiviertel der Isländer an, ein glückliches Leben zu führen. Ob das am Bier, am Branntwein, am Breitengrad oder an der atemberaubenden Natur liegt, sollten Reisende auf ihrem Trip gen Norden selbst herausfinden – Skál!