Die Mode Suisse in Zürich poliert ihr Image auf

Über viele Jahre hinweg wurde Zürich der Peripherie der Mode zugeordnet. Nur sehr selten war es den Verantwortlichen der Mode Suisse Veranstaltungen gelungen, große Namen auf den Laufsteg und bekannte Designer an dessen Seiten zu locken. Mit der 13. Edition des Events im Jahr 2018 bot sich nun die Gelegenheit, dieses Bild zu verändern und womöglich ein neues Sprungbrett für Talente der Modewelt zu schaffen.

Mehr internationale Ansätze

Designern aus der Schweiz ist es in diesem Jahr gelungen, mit ihren eigenen Kreationen auf sich aufmerksam zu machen. Noch bis vor wenigen Jahren ließen sich aus dem Sortiment binnen kurzer Zeit jene Entwürfe herausfinden, welche aus dem Inland stammten. Erst zuletzt konnten die bekannten Designer ihr Renommee vergrößern und sich weiter von ihrem provinziellen Charakter entfernen. Das gesamte Event in Zürich profitierte von dieser Entwicklung und konnte medial eine noch größere Aufmerksamkeit erreichen.

Ein Alleinstellungsmerkmal der Mode Suisse Edition 13 war der klar gesetzte Fokus. Dieser wies nicht etwa auf besonders ausgefallene Kreationen hin, die in dieser Form niemals den Weg in die Geschäfte finden könnten. Vielmehr waren es allgemein bekannte und häufig getragene Kleidungsstücke. Coole Caps wie diese hier oder lässige Pullover aus Merino-Wolle könnten aus diesem Grund noch häufiger auf der Straße anzutreffen sein.

Ein besonderes Flair

Tatsächlich konnten einige Marken auch in diesem Jahr wieder in besonderer Weise auf sich aufmerksam machen. Dazu zählten etwa Off-White, Y-Project, Yeezy oder Gosha Rubchinskiy. Für viel Begeisterung sorgten zudem die Entwürfe des Labels Vetements, welches als einziges sogar aus der Stadt selbst stammt. Zum ersten Mal ist es damit gelungen, die oft als sehr pragmatisch beschriebene Mode aus der Schweiz selbst auf das Podest zu heben und ihr dadurch zum Durchbruch zu verhelfen.

Dieses besondere Flair resultierte andererseits aus der Kombination aus Show und Showroom. Im Unterschied zu den großen Events in Berlin, Paris oder Mailand zeigen sich die beteiligten Designer deutlich nahbarer. Nach der Show hatten die Besucher die Gelegenheit, in den Räumen hinter der Bühne Kontakt zu den Verantwortlichen aufzunehmen. Dabei war der Austausch über die aktuell aufgetragenen Kreationen genauso möglich, wie über die Situation der Mode in der Schweiz insgesamt. In der Presse wurde dieser Ansatz in jedem Fall mit Freude aufgenommen. Als „demokratisches Mode-Forum“ wurde die Mode Suisse der 13. Edition etwa betitelt. Somit werden sich die Veranstalter aller Voraussicht nach auch in den kommenden Jahren dazu entschließen, ein solches Konzept zu verfolgen.

Kritik am regionalen Bezug

Einst war die Mode Suisse geschaffen worden, um auch der Schweiz zu einem regionalen Laufsteg und den Modeln aus dem Land zu einer Fläche der Präsentation zu verhelfen. Kritiker des neuen Konzepts, welches in diesem Jahr ansehnliche Erfolge feiern konnte, äußern sich derweil kritisch über den verlorenen regionalen Bezug. Nur noch ein einziges Label stammte aus Zürich selbst, während die internationalen Einflüsse auf die Veranstaltung klar zunahmen. Ein ähnliches Bild zeigt sich beim Blick auf die teilnehmenden Models. Vielleicht werden sich die Veranstalter deshalb das Ziel setzen, einen Mittelweg zwischen den Extremen anzustreben und diesen in den kommenden Jahren zu verfolgen.